Mo., 04.12.2017

Ein Richter am Landgericht Paderborn krank, Entscheidung über Gutachter vertagt Bosseborn-Verhandlung fällt aus

Der nächste Verhandlungstag im »Horror-Haus«-Prozess um Wilfried W. (Mitte) muss ausfallen.

Der nächste Verhandlungstag im »Horror-Haus«-Prozess um Wilfried W. (Mitte) muss ausfallen. Foto: Oliver Schwabe

Paderborn (dpa). Der Prozess um die tödlichen Misshandlungen im Höxteraner »Horror-Haus« am Landgericht Paderborn tritt auf der Stelle. Nach Auskunft des Vorsitzenden Richters Bernd Emminghaus fällt der Prozesstag am Dienstag, 5. Dezember, aus. Einer der Richter ist krank.

Das Gericht wird deshalb erst in der nächsten Woche bekanntgeben, wie es mit dem Gutachter Michael Osterheider weitergeht. Der Professor der Uni Regensburg steht in der Kritik, weil er sich in seiner Vernehmung zu Gesprächen mit dem Angeklagten Wilfried W. in Widersprüche verwickelt und sich anschließend wiederholt krank gemeldet hatte. Die Verteidiger hatten ihm darauf das Vertrauen entzogen .

Ihr Vorwurf des Abrechnungsbetrugs ist nach Überprüfung durch das Gericht aber inzwischen vom Tisch. Ein Gespräch eines Mitarbeiters mit Wilfried W. in der Justizvollzugsanstalt Detmold hat Osterheider nicht abgerechnet.

Wilfried W. (47) und seine Ex-Frau Angelika W. (48) sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Das Duo soll über Jahre hinweg mehrere Frauen in das Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

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Man will Zeit, damit ordentlich Gras wächst

Der Richter tanzt viel zu häufig nach der Nase der Verteidiger. Letztendlich läuft es noch auf milde Strafen hinaus. Angelika und Wilfried W. dürfen auf milde Strafen hoffen. Die Staatsanwaltschaft hat die Mordanklage bereits fallen gelassen. Wozu so viel Wind, ein alter müder Richter, scheint mit seinen *Schäfchen* überfordert zu sein und kränkelt mittlerweile. Das Haus des Grauen ist und bleibt Geschichte, und die bösen Zwerge finden wieder glücklich zueinander. Welch ein Theater.

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