Do., 15.10.2015

Neuer Rollrasen zu zwei Dritteln verlegt: ISB und Umweltbetrieb kritisieren Lieferfirma und nächtlichen Vandalismus an Beregnungsanlagen Kesselbrink: 100 Sprühköpfe abgetreten

Matthias Neum (links) vom Umweltbetrieb der Stadt und Geschäftsbereichleiter Frank Spengemann vom Immobilienservicebetrieb freuen sich über den neuen Rollrasen.

Matthias Neum (links) vom Umweltbetrieb der Stadt und Geschäftsbereichleiter Frank Spengemann vom Immobilienservicebetrieb freuen sich über den neuen Rollrasen. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Michael Diekmann

Bielefeld (WB). Drei Grad, fieser Regen. Für Betrieb auf dem Kesselbrink sorgen nur die Gärtner. Ein Drittel des neuen Rollrasens haben sie bereits eingebaut. Insgesamt 2650 Quadratmeter müssen ersetzt werden. Der alte Rasen, erklärt Matthias Neum, war hinüber. So wie die Beregnungsanlage auch.

Der Kesselbrink, eben noch als Bielefelds Platz der Plätze gefeiert, hat offenbar nicht nur im Publikumsgeschmack versagt. Versagen sieht Matthias Neum, Abteilungsleiter im Umweltbetrieb, auch bei der Fachfirma, die den Rollrasen seinerzeit bei der Fertigstellung des Platzes vor zwei Jahren eingebaut hatte. Weil die Firma, so Neum, die vertraglich zugesicherte Anwuchspflege nicht wie vereinbart geleistet habe, müsse der Rasen jetzt ersetzt werden. Bei den Kosten für den Rasen haben sich Firma und der städtische Immobilienbetrieb ISB auf eine 60/40-Regelung verständigt.

Große Probleme mit Beregnungsanlage

Das Eingehen des Rasens erklärt Neum mit einer Kette von widrigen Umständen. Die stark frequentierte Fläche wurde zu sehr verdichtet. Wasser und Dünger kamen zu wenig an die Wurzeln. Zudem spricht Frank Spengemann (ISB) von großen Problemen mit der eingebauten Beregnungsanlage im Rasenfeld: »Die wurde in der Nacht regelmäßig Ziel von Vandalen, die sich mit den Sprühköpfen befassten.« Im Klartext: In weniger als zwei Jahren wurden insgesamt 100 Sprühköpfe in den Nachtstunden abgetreten und mussten ersetzt werden.

Man habe sich bei der Konzeption der Anlage natürlich beraten lassen, räumt Spengemann ein. Angeschaut hatte man sich eine ähnliche Fläche in der Autostadt in Wolfsburg. Allerdings: Die ist eingezäunt und wird abends abgeschlossen. Der Bielefelder Kesselbrink, musste Spengemann in der Praxis leidvoll erfahren, erfreut sich insbesondere in den Nachtstunden und nach Alkoholgenuss bei den Menschen großer Beliebtheit, ein Mütchen zu kühlen. Vorrangiges Ziel: Die Sprühköpfe der Beregnungsanlage, die während des Sprühvorgangs aus dem Rasen herausfahren und so ein Ziel für Kickerversuche abgeben. Spengemann: »Man hätte die Beregnungsanlage von Anfang an anders bauen müssen.«

Erneuerung kostet etwa 30.000 Euro

Die alten Regner waren nicht so hochwertig, erklärt Spengemann. Die 71 neuen Köpfe fahren nicht mehr so hoch aus der Grasnarbe heraus und haben weniger Wurfweite des Wassers. Dafür geht die komplette Edelstahlvariante auch mehr ins Geld. Insgesamt kostet die Aktion auf dem Kesselbrink etwa 30.000 Euro.

Der neue Rasen auf der Mitte des Kesselbrinks wird zunächst eingezäunt bleiben. Bei fünf Grad Außentemperatur, sagt Gärtner Neum, wachse er auch im November noch an auf den 25 Zentimetern Unterbau aus einem speziellen Granulat: »Die waren einwandfrei, mussten nicht ersetzt werden.«

Ob der neue Rasen eine bessere Überlebenschance hat, wird das kommende Frühjahr zeigen. Bleiben im Winter massive Schneefälle aus, sollte er das Grün behalten.

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