Di., 18.10.2016

Bielefelderin erschossen – Polizeitaucher suchen vergeblich nach Waffe Schrotgewehr bleibt verschwunden

Ein Polizeitaucher aus Bochum sucht den Grund des Teichs ab und wird von Kollegen gesichert.

Ein Polizeitaucher aus Bochum sucht den Grund des Teichs ab und wird von Kollegen gesichert. Foto: Christian Althoff

Von Christian Althoff

Bad Oeynhausen (WB). Einen Monat nach dem Mord an der zweifachen Mutter Tanja S. (41) aus Bielefeld haben Polizeitaucher am Montag in einem Angelteich in Bad Oeynhausen stundenlang nach der Mordwaffe gesucht – vergeblich.

Der Bad Oeynhausener Unternehmer Georgios S. (53) soll seiner getrennt lebenden Ehefrau Tanja aufgelauert haben, als sie am 15. September kurz vor 8 Uhr ihr Haus in Bielefeld-Senne verließ. Die beiden gemeinsamen Kinder (zehn und elf Jahre alt) waren gerade zur Schule gegangen, ihr neuer Lebensgefährte schon seit Stunden zur Arbeit aus dem Haus. Als Tanja S. mit ihrem Volvo das Grundstück verließ, wurde sie mit mehreren Schrotschüssen geradezu hingerichtet.

Noch am selben Tag wurde der Ehemann festgenommen, er sitzt in Untersuchungshaft. Die Mutter des Mordopfers und der Lebengefährte von Tanja S. kümmern sich seitdem um die Kinder.

Der Unternehmer, ein Grieche, bestreitet die Tat, er wird aber nach Angaben der Staatsanwältin durch Indizien belastet. Die Polizei fand am Tatort leere Schrotpatronen mit seiner DNA, außerdem ein Gewehrfutteral aus griechischer Produktion. Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann: »Die Familie des Opfers hat uns Fotos übergeben, die den Mann mit einem Gewehr bei der Jagd in Griechenland zeigen.« Es könnte die Tatwaffe sein, die der Unternehmer, der ein Reiseflugzeug besitzt, auf dem Luftweg illegal nach Deutschland gebracht haben könnte.

Gegen 9.20 Uhr, etwa 90 Minuten nach den tödlichen Schüssen, traf Georgios S. nach Angaben von Mitarbeitern an seiner Firma in Bad Oeynhausen ein. Die Mordkommission nimmt an, dass er davor die Waffe entsorgt und sich umgezogen hat.

Das Gewehr, mutmaßlich eine Repetierflinte, ist verschwunden. Doch vor einigen Tagen meldete sich ein Mitglied des Bad Oeynhausener Angelvereins »Hungerschwieben« bei der Polizei. Die 21 Angler haben einen Teich im Ortsteil Dehme gepachtet, nur einen Kilometer vom Unternehmen des Verdächtigen entfernt. Der Zeuge gab an, am Tatmorgen einen schwarzen Wagen am Teich gesehen zu haben, und daneben »einen südländisch aussehenden Mann«.

Jutta Horstkötter, die Leiterin der Mordkommission: »Der Tatverdächtige fährt unter anderem einen schwarzen Mercedes, und auch von der Zeit und vom Ort her könnte die Beobachtung des Zeugen sehr gut passen.«

Doch Polizeitaucher aus Bochum suchten am Montag vergeblich mit Metallsonden den schlammigen Grund des bis zu vier Meter tiefen Gewässers ab.

»Es wäre schön gewesen, die Waffe zu finden, aber wir brauchen sie nicht zwingend«, sagte Staatsanwältin Stefanie Jürgenlohmann, die vor Ort war. Die Ermittlungen seien weitgehend abgeschlossen, und sie werde bald eine Anklage gegen den 53-Jährigen verfassen. »Das wird ein Indizienprozess.«

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