Fr., 18.11.2016

Neuer Forschungsschwerpunkt vereint Universitäten Bielefeld und Paderborn Gemeinsam in die »Digitale Zukunft«

Sie freuen sich auf den Start der Erforschung der »Digitalen Zukunft« (von links): Svenja Schulze, Christine Silberhorn, Gregor Engels, Gerhard Sagerer und Günter W. Maier.

Sie freuen sich auf den Start der Erforschung der »Digitalen Zukunft« (von links): Svenja Schulze, Christine Silberhorn, Gregor Engels, Gerhard Sagerer und Günter W. Maier. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld/Paderborn (WB/ts). Die Chancen und Entwicklung der Digitalisierung vorherzusagen, vermag weder der Otto Normalverbraucher noch die Wirtschaft oder Wissenschaft – bis jetzt. Mit ihrem neuen gemeinsamen Forschungsschwerpunkt »Digitale Zukunft« möchten die Universitäten Bielefeld und Paderborn die nötigen Antworten finden.

Zwei Millionen Euro gab es vom Land Nordrhein-Westfalen, um den Forschungsschwerpunkt aufzubauen. Am Donnerstag wurde er mit einer Fachtagung im Citec-Institut in Bielefeld eröffnet. Als symbolische Scheck-Übergeberin nahm NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze an der Veranstaltung teil. »Es wird viel debattiert, über die Risiken und Chancen. Aber konkret auf die Frage, was mit der Digitalisierung passiert, gibt es keine Antwort«, erklärte die Ministerin, welche Lücke es ganz aktuell zu schließen gilt.

Im Zentrum der Forschung steht der Arbeitsplatz und wie er sich durch den digitalen Wandel für die Zukunft gestalten lässt. Die Wissenschaftler der beiden Universitäten arbeiten zusammen in Teams und kommen aus den Bereichen Betriebswirtschaft, Elektrotechnik, Informatik, Psychologie und Soziologie. In der Startphase beschäftigen sich mit gravierenden Veränderungen von Arbeitsprozessen.

Prof. Dr. Günter W. Maier von der Universität Bielefeld stellte das Format Crowdworking vor: »Es gibt Online-Plattformen, auf denen Unternehmen Aufgaben vergeben.« Als Beispiel nannte er die alleinerziehende Mutter, die vom eigenen Wohnzimmer aus etwa Beiträge für Internetseiten und Online-Shops schreiben kann.

Den neuen Tätigkeitsfeldern stehen ungeklärte Fragen gegenüber, arbeitsrechtlicher und sozialrechtlicher Natur. »Außer diesen Problemen droht soziale Verarmung. Und wenn Arbeitsaufträge immer weiter zerkleinert werden, verliert die Arbeit aus Sicht der Arbeitnehmer vielleicht auch ihren Sinn«, nannte Maier Risiken.

In engem Austausch mit Unternehmen sollen Praxis und Theorie vernetzt werden. Geplant sind Lehrveranstaltungen mit Teilnehmern aus Wirtschaft und Wissenschaft. »Der Forschungsschwerpunkt stärkt das Profil der Technologieregion OWL«, erklärte Prof. Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, (Rektor Universität Bielefeld). »Er ermöglicht einen neuen Zugang zu Gestaltungsmöglichkeiten der digitalen Zukunft«, sagte Prof. Dr. Gregor Engels, der gemeinsam mit Prof. Dr. Christiane Silberhorn die Universität Paderborn vertrat.

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