Sa., 14.01.2017

Jibi-Mutter will Filialen schließen Millionenverlust bei Bünting

Die Jibi-Märkte gehören zur Bünting-Gruppe.

Die Jibi-Märkte gehören zur Bünting-Gruppe. Foto: Starke

Von Oliver Horst

Leer/Bielefeld (WB). Das Handelsunternehmen Bünting AG mit den Supermarktketten Combi, Jibi und Familia kämpft mit hohen Verlusten. 2015 fiel unterm Strich ein Defizit von mehr als 20 Millionen Euro an. Jetzt will Bünting nicht rentable Märkte schließen. Zudem sollen die Personalkosten gesenkt werden.

Die Bünting-Gruppe (fast 15.000 Mitarbeiter/zwei Milliarden Euro Umsatz) betreibt mehr als 200 Einkaufsmärkte von der Nordseeküste bis ins Bergische Land. Durch die Übernahme der Minipreis-Filialen der Paderborner Klingenthal-Gruppe im Jahr 2013 und der Bielefelder Handelskette Jibi 2015 betreibt Bünting zahlreiche Märkte auch in OWL.

»Starker Konkurrenz- und Preisdruck«

Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, habe es unter »starkem Konkurrenz- und Preisdruck« wirtschaftliche Einbußen hinnehmen müssen. Zahlen für 2016 liegen noch nicht vor. Bünting will sich künftig auf den Lebensmittelhandel konzentrieren. Erfolgt ist bereits die Trennung von der Elektrohandelskette Tele­point, die wesentlich zum Verlust beigetragen habe. Beschlossen sei zudem die Schließung nicht rentabler Supermärkte. Wie viele und welche Filialen keine Zukunft haben, werde derzeit geprüft und sei ein fortwährender Prozess. Fakt ist, dass sich Bünting schon zuletzt auch in OWL von einigen Märkten getrennt hat – etwa in Harsewinkel oder Espelkamp.

In dieser Woche wurden die Mitarbeiter über die Situation informiert und Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern über konkrete Maßnahmen gestartet. »Ziel ist es, die Personalkosten zu senken und auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu bringen«, teilte das Unternehmen mit. Ob dies auch durch Lohnverzicht oder Arbeitsplatzabbau geschehen soll, blieb ebenso unklar wie die angestrebte Summe.

Neue Konzepte bis Ende 2018

Parallel zu Sparmaßnahmen werde weiter in die Märkte investiert, kündigte Bünting an. Bis Ende 2018 sollen neue Konzepte in allen Filialen umgesetzt sein. Zudem werde das Onlinegeschäft weiter ausgebaut.

An der Spitze der Bünting AG gab es zuletzt mehrfaches Stühlerücken. Manfred Neumann, der 2015 nach 16 Jahren als Vorstandschef aufhörte, zog sich im Fürhjahr 2016 als Aufsichtsratschef zurück. Der Vorstand wurde im November um Sanierungsexperte Andreas Robeck von der Unternehmensberatung Roland Berger erweitert. Er soll ein Jahr bleiben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4558135?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198387%2F2513179%2F