Do., 09.02.2017

Werkzeugmaschinenbauer mit Gewinneinbruch, aber Auftragsrekord Konzernumbau belastet DMG

Der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori AG will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. In diesem Zuge haben mehrere Maßnahmen das Ergebnis 2016 deutlich belastet.

Der Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori AG will sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren. In diesem Zuge haben mehrere Maßnahmen das Ergebnis 2016 deutlich belastet. Foto: dpa

Von Oliver Horst

Bielefeld (WB). Der Bielefelder Werkzeugmaschinenbauer DMG Mori hat ein zwiespältiges Jahr hinter sich: Einem Rekord beim Auftragseingang stand 2016 ein Gewinneinbruch gegenüber. Der Konzernumbau zur Konzentration auf das Kerngeschäft belastete das Ergebnis.

Die frühere Gildemeister AG erzielte zwar mit 2,37 Milliarden Euro den höchsten Auftragseingang der 146-jährigen Geschichte. Vor allem in Deutschland und Europa lief das Geschäft rund. Der Umsatz blieb den am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Zahlen zufolge mit 2,23 Milliarden Euro auf hohem Niveau – aber um zwei Prozent oder 39 Millionen unter dem Vorjahreswert. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) brach jedoch um 44 Prozent auf 103,9 Millionen ein.

Maßnahmen für die Fokussierung auf das Kerngeschäft hätten das Ergebnis mit 75 Millionen Euro belastet, teilte das börsennotierte Unternehmen mit. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EbitDA) sank um 30 Prozent auf 169,7 Millionen, der Vorsteuergewinn auf 94,1 Millionen.

Verlust im Schlussquartal

Im Schlussquartal fiel sogar ein Verlust an. Auch fast die Hälfte des Umsatzrückgangs geht auf die Zeit von Oktober bis Ende Dezember zurück. Bei Umsätzen von 636,6 Millionen Euro lag das Ebit im vierten Quartal bei minus 0,1 Millionen und der Verlust vor Steuern bei 4,9 Millionen Euro.

Die DMG Mori AG, für die seit Juli 2016 ein Gewinnabführungs- und Beherrschungsvertrag mit der japanischen Konzernmutter DMG Mori Co. besteht, will sich künftig auf ganzheitliche Lösungen rund um Werkzeugmaschinen und dazugehörige Serviceleistungen konzentrieren.

Unter Führung von Christian Thönes, der im April 2016 als Nachfolger von Rüdiger Kapitza an die Vorstandsspitze rückte, seien Maßnahmen für eine »weltweit neue Vertriebs- und Servicestruktur, Optimierung der Produktionskapazitäten« sowie zur Trennung von Unternehmensteilen abseits des Kerngeschäfts umgesetzt worden.

Mit Auftragsplus behauptet

So wurde die Sparte »Energy Storage« mit Batterietechnik zur Stromspeicherung mit Verlust abgestoßen. Ebenfalls mit Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe sei jeweils die Neuausrichtung des Werks in Shanghai sowie eine neue Preisstruktur im Servicegeschäft verbunden gewesen. Das Unternehmen spricht von »Einmaleffekten«, die das Ergebnis vorrangig im Schlussquartal belastet hätten.

In einem schwierigen Umfeld – der Weltmarkt für Werkzeugmaschinen schrumpfte um 1,7 Prozent – habe sich die DMG Mori AG mit dem Auftragsplus von vier Prozent »gut behauptet«. Auch das laufende Jahr werde herausfordernd erwartet, hieß es. Um schnell auf Schwankungen und Veränderungen reagieren zu können, sind Vertrieb und Service im Konzern neu aufgeteilt worden.

Die deutsche Tochter ist seit Jahresbeginn für Europa, den Mittleren Osten, Afrika sowie Indien und China zuständig. Die japanische Mutter verantwortet neben dem Heimatmarkt die Geschäfte in den USA sowie den restlichen Ländern in Asien und Amerika.

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