Mo., 20.03.2017

Prozess eskaliert: Amtsrichterin verhängt Geldstrafen Falschparker bedrohen Zeugen

Foto: dpa

Bielefeld (WB/hz). Wegen Beleidigung und versuchter Nötigung hat Amtsrichterin Ingrid Kohls eine Bielefelderin (49) und ihren Freund (52) zu Geldstrafen verurteilt. Beide hatten drei Sparkassenkunden übel beleidigt und bedroht. Grund für die verbalen Attacken: Das Paar hatte einen Kleinwagen vom Typ Fiat 500 direkt auf dem Gehweg geparkt und war zum Geldautomaten gegangen. Das missfiel mehren Sparkassenkunden, die die Falschparker auf ihr Verhalten ansprachen.

Zu Beleidigungen und Bedrohung kam es am Nachmittag des 18.  Oktober vergangenen Jahres gegen 15.25 Uhr. Die 49-Jährige war am Steuer des Kleinwagens mit ihrem Freund zur Sparkassenfiliale Oldentruper Straße in der Innenstadt gefahren. »Ich habe verkehrswidrig geparkt, weil wir es eilig hatten. Es war kein Parkplatz frei«, versuchte die Bielefelderin vor Gericht zu erklären, warum sie das Auto ausgerechnet mitten auf dem Gehweg abstellte.

Ein Pensionär (62), der die Falschparker am Geldautomaten zuerst ansprach, erinnerte sich vor Gericht an das von Anfang an bedrohliche Auftreten des 52-jährigen Angeklagten. Mit den Worten »Wenn ihr die Polizei holt, haue ich euch auf die Schnauze!« soll der Mann später vor der Sparkassenfiliale Zeugen bedroht haben, berichtete der 62-Jährige weiter. Diese Darstellung des Geschehens missfiel dem Angeklagten sichtlich. »Wir sehen uns noch mal wieder«, drohte der elf Mal wegen Betrügereien, Diebstählen und Straßenverkehrsdelikten Vorbestrafte dem Pensionär beim Prozess. Amtsrichterin Kohls intervenierte sofort scharf und brachte den 52-Jährigen zum Schweigen.

Die 49-Jährige gestand dagegen, eine Sparkassenkundin (59) zweimal auf das Übelste sexuell beleidigt zu haben. Diese Frau hatte die Bielefelderin auf ihren falsch geparkten Fiat angesprochen und darauf hingewiesen, dass die Autofahrerin den Gehweg für Rollstuhlfahrer, alte Menschen am Rollator und Müttern mit Kinderwagen blockiere. Daraufhin rastete die 49-Jährige aus und beschimpfte die Kundin. Als sich deren Mann (65) schützend vor seine Frau stellte, erklärte die Angeklagte, sie könne noch tiefer »in die unterste Schublade greifen«.

Das Beleidigungsopfer rief am Tatort die Polizei zu Hilfe. Die beiden Angeklagten setzten sich dagegen ins Auto und fuhren zur Wohnung der 49-Jährigen. Dort wurde das Paar dann von Polizisten gestellt. Amtsrichterin Kohls verurteilte die Bielefelderin wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 400 Euro. Ihr Freund muss wegen versuchter Nötigung 750 Euro zahlen. Das trifft den 52-Jährigen empfindlich – er lebt von Hartz IV.

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