Sa., 22.04.2017

Kinderschutzbund organisiert Entlastung in Stresssituationen Paten für Familien gesucht

Elvira Hübert und Dorothee Redeker, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, mit Plakaten, die demnächst auch in Stadtbahnen zu sehen sind.

Elvira Hübert und Dorothee Redeker, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes, mit Plakaten, die demnächst auch in Stadtbahnen zu sehen sind. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (sas). Der Kinderschutzbund Bielefeld sucht dringend Paten, die Familien Zeit und Aufmerksamkeit schenken. »Wir haben immer etwa ein Dutzend Familien, die Entlastung benötigen, in der Warteschleife«, sagt Sozialpädagogin Elvira Hübert.

Sie ist beim Kinderschutzbund dafür zuständig, Paten und Familien zusammenzubringen, den Bedarf einer Familie mit dem, was ein ehrenamtlicher Pate zu leisten vermag, abzugleichen. »Man muss nicht alles können«, betont sie. Worauf man sich aber einstellen muss ist, wenigstens ein Jahr einmal in der Woche für eine Familie da zu sein, sich um ein oder zwei Kinder zu kümmern, zuzuhören und zu erklären und vielleicht dabei zu helfen, den Alltag zu regeln.

»Klassisch ist, dass ein Baby geboren wird und die Eltern in eine Überforderungssituation geraten«, sagt Hübert. Vielleicht sind schon andere Kinder da, vielleicht sind die Eltern sehr jung oder ist die Mutter alleinerziehend, hat keine Kontakte und ist am Ende ihrer Kräfte. »Das große Thema bei uns ist: Entlastung.«

Die Familienpaten kommen zu einer verabredeten Zeit ins Haus oder holen ein Kind direkt etwa in der Kita ab, spielen, lesen, füttern oder begleiten zum Amt. »Wichtig sind die Zuverlässigkeit, Regelmäßigkeit und Planbarkeit«, sagt Elvira Hübert. Das verschafft gestressten Familien Luft.

Heike Welscher, 70, Mutter zweier Kinder und sechsfache Großmutter, ist Patin einer alleinerziehenden Mutter. Als sie kam, war das kleine Mädchen, das sie betreut, ein Jahr alt, mittlerweile ist es dreieinhalb. »Wir sind die Ersatz-Großeltern«, sagt Heike Welscher. Sie sagt »wir«, weil längst auch ihr Mann einbezogen ist: »Die Kleine wollte auch gerne einen Opa haben.« Und sei dankbar für die intensive Zuwendung.

Marianne Rüter, 56, Mutter von drei Kindern, betreut derzeit ihre dritte Familie: ein junges Ehepaar, das mit dem Baby überfordert war. »Es ist schön zu erleben, wie von Woche zu Woche die Beziehung wächst. Das ist auch persönlich bereichernd. Es kommt etwas zurück.« Zu ihrer ersten Familie hat sie noch Kontakt, zur zweiten nicht mehr. »Das kann, muss aber nicht sein. Das hängt von der jeweiligen Konstellation ab.«

Wer an einer Patenschaft interessiert ist, kann sich melden. Mehr unter Telefon 0521/97797813 oder E-Mail: e.huebert@kinderschutzbund-bielefeld.de.

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