Di., 16.05.2017

Anschlussstelle Bielefeld-Senne: Querliegender Windradflügel bohrt sich in Lkw-Führerhaus – ein Schwerverletzter - mit Video A33: Stundenlange Sperrung nach Lkw-Unfall

Feuerwehrleute am Unfallort: Der Windradflügel hat sich in das Führerhaus eines Lkw gebohrt.

Feuerwehrleute am Unfallort: Der Windradflügel hat sich in das Führerhaus eines Lkw gebohrt. Foto: Guido Vogels

Bielefeld (WB/gv/peb/dpa). Nach einem schweren Unfall am Dienstagmorgen, bei dem ein Windradflügel von einem Schwertransporter rutschte, ist die Autobahn 33 bei Bielefeld in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt worden. Erst um 19.30 Uhr wurde die Autobahn wieder komplett freigegeben.

Der Unfall hatte ein großes Chaos im Berufsverkehr zur Folge, es kam zu Staus von bis zu zehn Kilometern Länge. Die Rückführung der im Stau stehenden Fahrzeuge dauerte etwa zwei Stunden. Die Polizei riet, die Unfallstelle weiträumig zu umfahren.

An der Anschlussstelle Senne verunglückte gegen 5.05 Uhr ein Schwertransport. Zwei Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Es entstand hoher Schaden. Er beläuft sich nach Schätzungen der Polizei auf mehr als 520.000 Euro. 

Der Schwertransporter mit dem Windradflügel steht auf der Abfahrt. Foto: dpa

Die Bergung gestaltete sich schwierig. Zunächst war unklar, ob der Flügel, der bis in die Ladefläche bohrte, auf einen anderen Transporter umgeladen werden konnte. Er wurde von einer Spezialfirma in kleinere Teile zersägt. Das Rotorblatt ist 62 Meter lang und 16 Tonnen schwer. Mit zwei Autokränen wurde es gehoben.

Insgesamt waren sechs Schwerlasttransporter unterwegs. Die Windradflügel sind für den Windpark Hasselbach in Bielefeld-Eckardtsheim/Verl bestimmt. Das bestätigten die Bielefelder Stadtwerke.

Unfallhergang

Polizeiangaben zufolge wollte der Fahrer eines Schwertransporters aus Schwandorf (Bayern), der mit einem Windradflügel beladen war, die A 33 an der Anschlussstelle Senne in Richtung Gütersloh verlassen. Ein Begleitfahrzeug befand sich unmittelbar hinter dem Schwerlaster und sicherte ihn ab.

Ein von hinten kommender Lkw-Fahrer einer Spedition aus Rheine, der ebenfalls in Fahrtrichtung Bielefeld unterwegs war, stieß – aus noch nicht geklärten Gründen – zunächst mit dem Begleitfahrzeug des Schwertransporters zusammen.

Beim anschließenden Ausweichmanöver fuhr der 61 Jahre alte Mann aus Herzebrock-Clarholz auf die Spitze des Windradflügels auf, »so dass dieses durch die Fahrdynamik vom Schwerlasttransporter geschoben wurde und vertikal zur Fahrbahn auf beiden Fahrbahnen zum Liegen kam«, wie die Polizei am späten Vormittag mitteilte. Obwohl die Kabine bei dem spektakulären Unfall komplett zerstört wurde, erlitt der Fahrer nur leichte Verletzungen.

Auch drehte sich die lange Ladung so, dass der Flügel in die Gegenfahrbahn hineinragte. Dort schlitzte er einen Laster einer Bielefelder Spedition, der in Richtung Paderborn fuhr, auf. Bei dem Zusammenstoß wurde der Fahrer (46) aus Bielefeld schwer verletzt. Ein nachfolgendes Auto eines 37-Jähriger berührte mit seinem Fahrzeugdach ebenfalls das Windradbauteil.

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