Do., 18.05.2017

Betreiber will Zwangsräumung verhindern – Betrieb läuft weiter Ringlokschuppen stellt Insolvenzantrag

Der Ringlokschuppen - hier ein Luftbild.

Der Ringlokschuppen - hier ein Luftbild. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/hz). Der Betreiber der Großdisco Ringlokschuppen hat am Mittwoch einen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bielefeld gestellt. Damit soll eine Zwangsräumung abgewendet werden.

Das bestätigte Petra Minz, Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft Ringlokschuppen GmbH. Sie versicherte, dass der Betrieb weiter geführt werde und alle Veranstaltungen stattfänden. Wichtige Punkte wie die Getränke- und Stromversorgung seien gesichert.

»Hintergrund des Antrags ist ein Rechtsstreit mit dem Vermieter des Ringlokschuppens über den äußerst maroden Fußboden des Objekts«, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Yorck Tilman Streitbörger. Der Vermieter, ein niederländischer Immobilienfonds, setze seit Jahren die etwa 50 beschädigten Stellen im Boden nicht in Stand. Daher habe die Ringlokschuppen GmbH die Miete gemindert.

Das habe der Vermieter nicht akzeptiert und vor dem Landgericht Bielefeld eine Zahlungs- und Räumungsklage eingereicht. Der Immobilienfonds habe gewonnen, der Prozess werde jetzt in der Berufungsinstanz vor dem Oberlandesgericht Hamm weiter geführt, sagte Streitbörger.

Das Amtsgericht habe mit der Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens die Einstellung sämtlicher Zwangsvollstreckungsmaßnahmen beschlossen, so dass die geplante Räumung nicht mehr stattfinden könne, unterstrich der vorläufige Insolvenzverwalter. Streitbörger sieht trotz des Insolvenzantrages die Zukunft des Ringlokschuppens positiv. »Das operative Geschäft rechnet sich«, sagte er. Allerdings sei die Miete »sehr, sehr sportlich«.

In diesem Punkt setzt der Insolvenzverwalter darauf, dass »der holländische Immobilienfonds verkaufen will«. Es gebe bereits »Verhandlungen mit potenziellen Käufern«. Die Insolvenz biete die Möglichkeit, »sich von alten Verträgen zu lösen und die Miete marktgerecht zu verhandeln«. Der »Schuppen« an der Stadtheider Straßebefindet sich im historischen Gemäuer des in den Jahren 1905 bis 1907 erbauten ehemaligen Bahnbetriebswerks.

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