Mi., 07.06.2017

Rektor Sagerer: wichtiger Schritt zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung Medizinische Fakultät: Freude an der Uni Bielefeld groß

Luftaufnahme der Uni Bielefeld.

Luftaufnahme der Uni Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). Die Ankündigung von CDU und FDP, eine Medizinische Fakultät an der Uni Bielefeld zu gründen, stößt ebendort auf große Freude. Im Rahmen ihrer Koalitionsverhandlungen für die zukünftige Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hatten sich die Parteien darauf verständigt.

Dazu sagt Professor Dr.-Ing. Gerhard Sagerer, Rektor der Universität Bielefeld in einer Stellungnahme am Mittwoch: »Wir freuen uns sehr über die Nachrichten aus Düsseldorf. Diese erreichen uns zwar durchaus überraschend, aber nicht unvorbereitet.« Eine Medizinerausbildung an der Universität Bielefeld würde dazu führen, dass sich die ärztliche Versorgung verbessere.

»Es ist einfacher, die ausgebildeten Ärzte in der Region zu halten als sie nach Ostwestfalen-Lippe zu holen. Die Universität Bielefeld hat zudem hervorragende Voraussetzungen für den Aufbau einer Medizinischen Fakultät durch eine Vielzahl von Kooperationen und eine enge Verzahnung mit der Gesundheitsregion OWL«, so Sagerer weiter.

Schwerpunkt auf Allgemeinmedizin

Für die Region wäre die Medizinische Fakultät ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung, für die Universität Bielefeld eine konsequente Erweiterung ihres Forschungs- und Lehrangebotes. »Kommt die Medizinische Fakultät nach Bielefeld, dann muss der Schwerpunkt auf der Ausbildung von Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern liegen. Denn vor allem diese werden in der Region gesucht«, heißt es in der Stellungnahme.

Die Uni könne hier eine Schlüsselposition in der Sicherstellung der ärztlichen Versorgung der Region übernehmen. Weitere Schwerpunkte der Medizinischen Fakultät seien: Medizin bei Pflege und im Alter, Medizin und Gesundheit sowie Digitalisierung in der Medizin. Sagerer: »Bereits 2011 fassten wir erste Überlegungen für eine neue Fakultät in einem Eckpunktepapier zusammen. Wir haben zudem Entwicklungen beispielsweise in Oldenburg und Augsburg beobachtet, wo in den vergangenen Jahren Medizinische Fakultäten gegründet wurden. «

50 Millionen Euro decken laufende Kosten

Die genannte Summe von 50 Millionen Euro decke sich mit einer ersten Schätzung der Universität für die laufenden Kosten einer Medizinischen Fakultät pro Jahr. »Die einmaligen Investitionskosten sind damit nicht abgedeckt«

»Mit einem Studienangebot in Pharmazie – wie es von Apothekerkammer Westfalen-Lippe vorgeschlagen wurde – haben wir uns bislang nicht beschäftigt«, heißt es. Man warte nun auf den Abschluss der Koalitionsverhandlungen und freue sich auf die anschließenden Gespräche mit der dann gewählten neuen Landesregierung.

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