Di., 13.06.2017

Schornsteinfeger aus OWL setzen sich für krebskranke Kinder ein Glücksfeger radeln wieder

Im vergangenen Jahr wurden die Schornsteinfeger, die krebskranke Kinder unterstützen, in Köln von ihren Kollegen gefeiert. Ralf Heibrok aus Schloß Holte-Stukenbrock fuhr vorneweg. Sein Engagement ist nach zwölf Jahren ungebrochen.

Im vergangenen Jahr wurden die Schornsteinfeger, die krebskranke Kinder unterstützen, in Köln von ihren Kollegen gefeiert. Ralf Heibrok aus Schloß Holte-Stukenbrock fuhr vorneweg. Sein Engagement ist nach zwölf Jahren ungebrochen.

Von Wolfgang Schäffer

Bielefeld (WB). Es ist die bereits zwölfte Tour der Glücksfeger. Vom 23. bis 28. Juni radeln die Kaminkehrer von Freilassing nach Frankfurt. Sechs Tage treten sie in die Pedale, um Spenden für krebskranke Kinder zu sammeln – und die mehr als 180.000 Euro aus dem Vorjahr an entsprechende Institutionen zu verteilen.

Andreas Szygiel (s’cool mobility), Ulrich Fillies (Aktion Fahrrad), Schornsteinfegermeister Werner Klein, Christian Junker (Hebie), Armin Halfar, (Halfar System GmbH), Jörg Ludewig (Alcina) und Glückstour-Initiator Ralf Heibrok (von links). Foto: Bernhard Pierel

Mit inzwischen mehr als 1,5 Millionen Euro an gesammelten Spenden in den vergangenen zwölf Jahren ist die Glückstour mit dem Motto »Schornsteinfeger helfen krebskranken Kindern« eine der größten, wenn nicht sogar die größte private Hilfsaktion in Deutschland.

Mit Leib, Seele und vor allem viel Herz dabei ist vom ersten Tag an Ralf »Ralle« Heibrok. Vor allem auch dem Engagement des Schornsteinfegermeisters aus Schloß Holte-Stukenbrock (Kreis Gütersloh) ist der Erfolg zu verdanken. Das sehen auch seine Mitstreiter so. Kollege Werner Klein aus Lemgo sagt: »Der Ralf steht immer in vorderster Front. Er kümmert sich um so viele Dinge. Ohne ihn würde es längst nicht so gut laufen.«

Was Klein damit meint, wird beim Treffen mit einigen der vielen Unterstützer der ostwestfälischen Wirtschaft deutlich. Ob Armin Halfar (Chef des Taschenproduzenten Halfar System GmbH), Christian Junker (Marketingchef beim Teilehersteller Hebie), An­dreas Szygiel (Prokurist beim Kinderradunternehmen s’cool mobility) oder Ex-Radprofi Jörg Ludewig, für das sportliche Marketing bei Alcina verantwortlich – sie sind beeindruckt von dem Enthusiasmus, mit dem Heibrok für die gute Sache eintritt. Einige sind vom ersten Tag an dabei, andere etwas später dazugekommen, aber jederzeit bereit zu helfen, wenn es den Glücksfegern an etwas mangelt. Ein Anruf von Heibrok reicht da meist aus.

»Wir« steht im Vordergrund

Der wiederum mag gar nicht so sehr im Mittelpunkt stehen. »Es geht nicht um mich oder um meine Mitstreiter. Es geht darum, den kranken Kindern und deren Angehörigen zu helfen. Das ist unser großes Ziel. Dafür setzen wir uns gerne ein.« Das »Wir« steht dabei für den begeisterten Radler immer im Vordergrund. »Einer für alle, alle für einen«: Der Leitspruch des Schornsteinfegerhandwerks verbunden mit der Tradition der Glücksbringer zeigt sich im Zusammenhang mit der Glückstour auf eine besondere Weise.

Alle Spenden kommen direkt den zuvor ausgewählten Initiativen auf der Tour zugute. Dabei fahren die Schornsteinfeger nicht nur auf eigene Kosten, sondern zahlen auch noch ein Startgeld von 500 Euro in den Spendentopf ein.

Tour geht durch Bayern und Hessen

In diesem Jahre werden es auf der Tour quer durch Bayern und Hessen 24 Einrichtungen sein, die sich über die Unterstützung freuen dürfen. Darunter sind Elterninitiativen weitab von Kliniken, deren Mitgliedern es dadurch nur schwer möglich ist, ihren krebskranken Kindern bei der Behandlung zur Seite zu stehen.

Oft fehlt es auch am zusätzlichen Bett für die Eltern oder an einer Krankenschwester zur Betreuung. In solchen Fällen wirken die Spenden segensreich. Außerdem werden Wohnheime, Rehakliniken und andere Projekte gefördert, um betroffenen Kindern Freude und Lebensmut zu schenken. Aber auch die Forschung wird unterstützt. So konnten beispielsweise zwei neue Immuntoxine gegen Leukämie entdeckt werden, weil die Forscher zusätzliche Mittel aus dem Topf der Glücksfeger hatten.

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