Mi., 13.09.2017

Kandidat will für die Linken in den Bundestag 20 Fragen an Friedrich Straetmanns

Der Richter Friedrich Straetmanns (56) tritt für die Linke zur Bundestagswahl in Bielefeld an.

Der Richter Friedrich Straetmanns (56) tritt für die Linke zur Bundestagswahl in Bielefeld an. Foto: Hans-Werner Büscher

Bielefeld (WB). 237.000 Bielefelder entscheiden am 24. September darüber, wer die Stadt im Bundestag vertreten soll. WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Schläger hat die Direktkandidaten gebeten, 20 Halbsätze zu vervollständigen. Ein kleiner Einblick darin, was sie denken und wie sie aktuelle Themen einschätzen. Heute antwortet Friedrich Straetmanns (Linke).

Zur Person

Friedrich Straetmanns (56), Richter am Sozialgericht Detmold, Vater von drei Kindern. Seit 2007 Mitglied der Linken. Auf der NRW-Landesliste steht Straetmanns auf Listenplatz 12. Er gehört in der zweiten Wahlperiode der Bezirksvertretung Mitte an. Straetmanns ist in Bielefeld geboren, hat an der Uni Bielefeld Jura studiert. Seit 1998 ist er Mitglied bei Arminia Bielefeld und gehört dem Ehrenrat des DSC an. Langjähriges Mitglied der Gewerkschaft Verdi und auch Mitglied in der Judoabteilung des TSVE.

Ich will in den Bundestag, weil mich die bisherige Sozialgesetzgebung ärgert und ich hoffe, durch meine berufliche Erfahrung Politik realistischer zu machen.

Unseren Spitzenkandidaten Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch wollte ich immer schon mal sagen, dass Sahra nicht immer so selbstkontrolliert auftritt, sondern auch stärker ihre menschliche Seite zeigt. Und dass Dietmar Bartsch ein typischer Norddeutscher ist.

Wenn ich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen Tipp geben könnte, dann würde ich ihr raten, klarer aufzutreten und nicht so leisetreterisch zu sein.

Die Linke hat ein Problem mit ihrer SED-Vergangenheit. . .

Hat sie nicht, weil sie in ihrem Parteiprogramm klare Aussagen dazu getroffen hat und weil inzwischen 27 Jahre vergangen sind.

Für Bielefeld will ich im Bundestag erreichen, dass die Stadt und die Umgebung als attraktiver Raum mit guter Industrie, guten Hochschulen und schöner Landschaft wahrgenommen wird.

Meine Mitbewerber Wiebke Esdar (SPD) und Michael Weber (CDU) müssen damit rechnen, dass nur lokalpolitische Erfahrung oder Jugendlichkeit nicht ausreichen im Alltag des Bundestages.

Meine Stärken sind Ausgeglichenheit, Ruhe, Entscheidungsfreude, verbindliches Auftreten, Nervenstärke.

Meine Schwächen sind , dass ich manchmal zu nüchtern und nicht emotional genug bin, und meine preußisch-protestantische Erziehung.

Die Rente ist sicher, wenn das Rentenkonzept der Linken umgesetzt und das Rentenniveau auf 53 Prozent des durchschnittlichen Arbeitslohnes angehoben wird.

Wir schaffen das mit den Flüchtlingen, wenn Innenminister de Maizière die Behörden endlich einmal vernünftig organisiert und besser ausstattet.

Diesel-Fahrverbote können vermieden werden, wenn wir mehr öffentliche Verkehrsmittel und das Fahrrad nutzen. Und ich hoffe, wir können sie vermeiden.

Soziale Gerechtigkeit bedeutet für mich eine auskömmliche Rente, eine Krankenversicherung ohne Zuzahlung und eine stärkere Beteiligung von Einkommen oberhalb von 7100 Euro monatlich.

Die Steuern können gesenkt werden, wenn...

Eine Steuersenkung sehe ich allenfalls im Mehrwertsteuerbereich, wo die Bürger überproportional belastet sind.

Die europäische Einigung ist für mich eine Herzensangelegenheit, die ich schon mit der Muttermilch aufgesogen habe.

Die AfD ist für mich traurige Realität und ein politischer Gegner, was allerdings nicht für deren Wähler gilt. Die muss man zurückgewinnen.

Die Debatte über mehr Sicherheit wird politisch geführt. Die, die jetzt am lautesten tönen, hatten vorher den Sparkurs bei der Polizei zu verantworten.

Rot-Rot-Grün ist möglich, wenn realistische Ziele vereinbart werden, zum Beispiel die Sozialversicherung sanieren, keine höheren Rüstungsausgaben und Verständigung mit Russland.

Außer Politik ist für mich besonders wichtig Arminia Bielefeld, und das seit Kindertagen.

Entspannen kann ich besonders gut, wenn Arminia gewonnen hat, bei Büchern und Musik, beim, Wandern, Radfahren und Sport treiben.

Wenn ich nicht in den Bundestag komme , dann lebe ich glücklich und zufrieden in Bielefeld und mache Lokalpolitik.

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