Di., 26.09.2017

Die AfD bleibt in Bielefeld unterm Bundesschnitt – aber sie ist da Nicht mehr wegzudiskutieren

Auch die Bielefelder Wähler haben zum Erfolg der AfD (hier die Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel) beigetragen. In Baumheide wird sie mit 26,1 Prozent der Stimmen sogar stärkste Kraft.

Auch die Bielefelder Wähler haben zum Erfolg der AfD (hier die Spitzenkandidaten Alexander Gauland und Alice Weidel) beigetragen. In Baumheide wird sie mit 26,1 Prozent der Stimmen sogar stärkste Kraft. Foto: dpa

Von Michael Schläger

Bielefeld (WB).  Wo ist die AfD stark? Im Osten! Was bundesweit gilt, gilt auch in Bielefeld, ist in diesem Fall kein billiger Kalauer. In den östlichen Stadtbezirken hat die Alternative für Deutschland Zweitstimmenergebnisse jenseits der Zehn-Prozent-Marke geschafft. Eine Ausnahme bildet lediglich der Bereich Buschkamp in Senne.

In Baumheide, noch bei der Bundestagswahl 2013 eine sichere CDU-Hochburg, kommen die Nationalkonservativen sogar auf 20,6 Prozent Zweitstimmen, muss sich die Union auf einmal mit 27,1 Prozent begnügen. Im Stimmbezirk 24.3 in Baumheide wird die AfD gar stärkste Kraft, erzielt dort mit 26,1 Prozent ihr bestes Ergebnis und hängt die CDU (25,3 Prozent) knapp ab.

In vermeintlichen Problemquartieren stark

Aber an diesem Stimmlokal wird auch ein Muster deutlich. Die AfD ist in vermeintlichen Problemquartieren und dort, wo viele Russlanddeutsche leben, besonders stark. Auf hohe Anteile kommt sie außerdem dort, wo die Wahlbeteiligung gering ist. In diesem Baumheider Stimmlokal beispielsweise liegt sie bei mageren 42,8 Prozent.  Stadtweit gingen 75,4 Prozent der Wahlberechtigten zu den Urnen.

Ihr zweitbestes Bielefelder Ergebnis holt die AfD im Ratswahlbezirk Hillegossen (14,3 Prozent), gefolgt von Sennstadt-Süd (13,8) und Sennestadt-Nord (13,3). Nur in zwei dieser Bezirke bleibt sie unter der Fünf-Prozent-Hürde: in der Innenstadt und am Siegfriedplatz. Die AfD ist nicht mehr wegzudiskutieren. »Umso mehr müssen wir uns um die Quartiere kümmern, in denen sie stark geworden ist«, sagte Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) noch am Wahlabend.

Das Quartier um den Siegfriedplatz bleibt grünes Stammland

Bei den wichtigen Zweitstimmen sind CDU (27,6 Prozent) und SPD (25,4 Prozent) in Bielefeld auf Mittelmaß geschrumpft. In Brake schafft die Union mit 33,2 Prozent ihr bestes Ergebnis, am Nordpark (18,2 Prozent) ihr schlechtestes. Die SPD punktet in Brackwede-Süd mit 30,6 Prozent am meisten, hat mit 19 Prozent am Siggi wenig Chancen.

Das Quartier um den Siegfriedplatz bleibt grünes Stammland. 21,6 Prozent holt die Partei dort, lässt auch die Union noch hinter sich. In Baumheide können die Grünen dagegen mit 4,2 Prozent nicht einmal an der Fünf-Prozent-Marke kratzen. Stadtweit schaffen sie 11,2 Prozent Zweitstimmen, fast genauso viel wie 2013.

Die Linke steigert sich deutlich auf 11,1 Prozent Zweitstimmen. Am Nordpark fährt sie mit 20,3 Prozent ihr bestes Ergebnis ein, in Hillegossen mit 6,6 Prozent ihr schlechtestes. Die Liberalen schaffen stadtweit 8,9 Prozent. Ihre Hochburg bleibt Großdornberg (16,3 Prozent), in Baumheide schaffen sie nur 7,6 Prozent.

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