Do., 28.09.2017

Sorge um Fachkräftemangel – IHK warnt Politik vor Hängepartie Industrie in Ostwestfalen weiter im Höhenflug

Blick nach oben (von links): IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff , IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und Vize-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe sind zufrieden – weisen aber auch auf die Risiken für die heimische Wirtschaft hin.

Blick nach oben (von links): IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Niehoff , IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven und Vize-Hauptgeschäftsführer Harald Grefe sind zufrieden – weisen aber auch auf die Risiken für die heimische Wirtschaft hin.

Von Edgar Fels

Bielefeld (WB). Die Industrie in Ostwestfalen setzt ihren Aufschwung auch in der zweiten Jahreshälfte unvermindert fort. »Wir stehen top da«, sagte IHK-Präsident Wolf D. Meier-Scheuven bei der Vorstellung der Herbstkonjunkturumfrage.

Zugleich warnt die IHK mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen vor einer möglichen Hängepartie. »Die Wirtschaft erwartet eine stabile Regierung«, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostwestfalen, Thomas Niehoff.

Wenn sich eine Regierungsbildung zu lange hinziehe, belaste das auch die Wirtschaft. »Viele Unternehmen halten sich dann mit Investitionen zurück. Wir brauchen klare Rahmenbedingungen.« Eine sogenannte Jamaika-Koalition aus CDU, CSU, FDP und Grünen zu formen, sei vermutlich schwierig, meinte der Kammer-Chef. »Aber Neuwahlen wären auch nicht gut«, ergänzte Meier-Scheuven, der selbst als Geschäftsführender Gesellschafter des Kompressorenherstellers Boge Unternehmer ist.

Engpässe in Gastronomie, Logistik und IT

Von der Politik erwartet die Wirtschaft, dass sie gerade mit Blick auf den sich immer deutlicher abzeichnenden Fachkräftemangel das Thema der qualifizierten Zuwanderung aufgreife. »Deutschland kann gut ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland gut gebrauchen«, sagte Meier-Scheuven.

Gerade bei den Zuwanderungsregelungen beruflich Qualifizierter bestehe weiterhin Verbesserungspotenzial. Vor allem in den Bereichen Gastronomie, Logistik und in der Informationstechnologie (IT) gebe es Engpässe bei der Besetzung der Stellen. Die Hälfte der Unternehmen sieht den Fachkräftemangel als Risiko.

Stimmung der Unternehmen in OWL auf einem Zehnjahreshoch

Gleichwohl sei die Stimmung der Unternehmen in Ostwestfalen auf einem Zehnjahreshoch angekommen. Der in der Herbstkonjunkturumfrage ermittelte Indexwert aus der momentanen Lage und den Zukunftserwartungen erreichte den höchsten Stand seit 2007.

Zwei Drittel (66 Prozent) der Unternehmen bezeichneten ihre Geschäftslage als gut, bei der Frühjahrsumfrage waren es 58 Prozent. 96 Prozent der 1721 befragten Firmen mit mehr als 143.000 Beschäftigten gehen von einer besseren oder gleichbleibenden Entwicklung aus.

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