So., 22.10.2017

Umfrage an Fachhochschulen zum Führungsstil der Rektorate Viele Professoren unzufrieden

Die Fachhochschule in Bielefeld.

Die Fachhochschule in Bielefeld. Foto: Oliver Schwabe

Bielefeld (WB/bex). In zahlreichen Fachhochschulen in NRW ist das Klima zwischen den Professoren und der Hochschulleitung angespannt, mancherorts gar vergiftet. Das legt zumindest eine aktuelle Umfrage des Hochschullehrerbundes NRW (hlb) nahe. In ihm ist nach eigenen Angaben etwa die Hälfte der gut 3000 Fachhochschulprofessoren in NRW organisiert. Das Ergebnis der Umfrage könne »nicht einmal annähernd zufriedenstellen«, heißt es in der Auswertung.

Unter anderem sollten die Professoren die Zusammenarbeit mit dem Präsidium/Rektorat bewerten. Auf einer Notenskala zwischen 1 (sehr gut) und 5 (mangelhaft) kommt im Durchschnitt eine 3,5 heraus. Die Noten pro Hochschule schwanken zwischen 1,7 und 4,7. Lediglich drei Hochschulen bekommen eine 2 oder besser, vier Hochschulen schneiden mit einer 4 oder schlechter ab. Etwa 200 Professoren von 17 der gut 20 staatlichen Fachhochschulen in NRW hatten geantwortet. Wegen der Brisanz werden jedoch keine Ergebnisse zu einzelnen Standorten genannt. Die Fachhochschule Bielefeld und die Hochschule OWL landen nach Informationen dieser Zeitung im Mittelfeld.

Stelzer-Rothe: »Wir wollen eine Diskussion anregen«

Thomas Stelzer-Rothe, Präsident des hlb in NRW.

»Wir wollen niemanden an den Pranger stellen. Wir wollen eine Diskussion anregen«, sagt Thomas Stelzer-Rothe. Der Professor für Betriebswirtschaft an der Fachhochschule Südwestfalen in Hagen ist Präsident des hlb in NRW und Co-Autor der Studie. Die Ergebnisse deckten sich mit dem, was man aus Beratungsgesprächen mit Kollegen erfahren habe. So geben in der Umfrage 71 Prozent der Professoren an, an der Erarbeitung von Hochschulentwicklungsplänen nicht beteiligt worden zu sein. »Statt Betroffene zu beteiligen, hat man offensichtlich wieder einmal Beteiligte betroffen gemacht«, urteilt Stelzer-Rothe. Ursache für die Konflikte sei oft die mangelhafte Finanzierung der Hochschulen. »Es sind Verteilungskämpfe.« Das bestätigt Ulrich Müller, Professor an der Hochschule OWL und Vizepräsident des hlb in NRW: »Es geht auch ums Geld.« Als Konsequenz fordert der hlb die Einrichtung von Ombudsstellen, um Konflikte zu lösen.

Die FH Bielefeld habe die Studie »zur Kenntnis genommen«, teilt ein Sprecher mit und verweist zur Aussagekraft der Daten auf die Studienautoren: Die Zahl der Rückmeldungen lasse keine fundierte Verallgemeinerung zu, heißt es in der Auswertung.

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