Mi., 25.10.2017

Nach Festnahme an der Apfelstraße: Mutmaßlicher Bombenbauer sitzt in U-Haft Haftbefehl wegen Besitzes von TNT-Stoff

Die Festnahme erfolgte am Montag an der Apfelstraße.

Die Festnahme erfolgte am Montag an der Apfelstraße. Foto: Hans-Werner Büscher

Bielefeld (WB/uko). Der mutmaßliche Bombenbauer, der an der Apfelstraße in Bielefeld festgenommen wurde, sitzt in Untersuchungshaft. Amtsrichterin Sonja Poppenborg hat am Dienstag einen Haftbefehl auf Antrag von Staatsanwältin Stefanie Lange gegen den 40-jährigen Bielefelder Paul W. verkündet. Als Grund sah die Richterin Fluchtgefahr an. Der Mann war am Montagmorgen auf offener Straße in der Nähe seiner Wohnung festgenommen worden.

Gefunden worden in der Wohnung »handelsübliche Mengen« von Sprengstoffbestandteilen. Stefanie Lange, die selbst das Verfahren führt, bestätigte dem WESTFALEN-BLATT gestern, es handele sich um die Komponenten für TNT, darunter seien Salpetersulfat und Toluol. Die Stoffe waren von den Ermittlern, darunter befanden sich auch Berufsfeuerwehrleute, noch in den Verpackungen aufgefunden worden, die entsprechend des Inhaltes beschriftet waren. Diese gefundenen Mengen seien »für sich kein Grund für strafrechtliche Ermittlungen«. Dazu trage in diesem Fall jedoch »der Hintergrund des Verdächtigen bei«.

Zu den persönlichen Verhältnissen sagte Stefanie Lange indes »aus ermittlungstaktischen Erwägungen« nichts. Der Mann, der von Rechtsanwalt Alexander Strato vertreten wird, »hat einen deutschen Pass und er hat eine weitere Staatsbürgerschaft«. Dem Vernehmen nach kommt er aus einem asiatischen Staat. Die Staatsanwältin bestätigte dieser Zeitung allerdings auch, dass die Ermittler nicht nur in der Wohnung des Mannes an der Apfelstraße aktiv waren. »Es sind vier Objekte durchsucht worden, davon sind zwei in Horn-Bad Meinberg im Kreis Lippe.«

Der Bielefelder soll eventuell auch von einem psychiatrischen Sachverständigen untersucht werden. Grund dafür soll eine manisch-depressive Erkrankung sein, die vor Jahren bereits im Rahmen eines anderen Verfahrens untersucht worden sein soll.

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