Do., 26.10.2017

Nach Festnahme in Bielefeld untersucht das LKA Chemikalien Unternehmerfamilie sollte erpresst werden

Der 40-Jährige wurde in Bielefeld festgenommen. Die Feuerwehr stellte Chemikalien sicher.

Der 40-Jährige wurde in Bielefeld festgenommen. Die Feuerwehr stellte Chemikalien sicher. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Uwe Koch

Bielefeld (WB). Der mutmaßliche Bielefelder Bombenbastler soll eine Erpressung geplant haben. Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch erklärt.

Nach WESTFALEN-BLATT-Informationen wollte Paul W. (40) eine Unternehmerfamilie aus dem Kreis Gütersloh erpressen ( wir berichteten ). Der Beschuldigte streitet das aber ab. Die Ermittler gehen weiter »nicht von einem terroristischen Hintergrund« des Mannes aus. Paul W. sitzt in Untersuchungshaft. In den kommenden Tagen soll mit Hilfe von Sachverständigen des Landeskriminalamtes die Sprengkraft der bei ihm sichergestellten Chemikalien untersucht werden.

Der Mann war am Montag auf offener Straße in Bielefeld festgenommen worden. In mehreren Wohnungen – Staatsanwältin Stefanie Lange berichtete von vier Wohnanschriften in Bielefeld und Horn-Bad Meinberg – waren die chemischen Substanzen gefunden worden, die zur Herstellung des Sprengstoffs TNT benötigt werden. Informanten sollen die Tipps zu den Ermittlungen gegen Paul W. gegeben haben. Hinweise auf dieses Umfeld hält die Staatsanwaltschaft »aus ermittlungstaktischen Gründen« aber zurück. Auch Hinweise auf sein mögliches Erpressungsziel machten die Ermittler nicht. Auch ist nicht bekannt, ob die Quellen aus einem kriminellen Umfeld stammen.

Bereits im Juni soll es in seinem Wohnhaus zu einem Zwischenfall gekommen sein, als ein Lieferant ein Fass mit Toluol (das zur Nitrierung von TNT verwendet wird) einfach dort abgestellt habe. Da W. nicht anwesend gewesen sei, alarmierten die Mitbewohner Polizei und Feuerwehr. Danach wurde sogar ein ABC-Alarm der Feuerwehr ausgelöst, der aber aufgrund des ordnungsgemäß verschlossenen Behälters ohne Einsatz verlief.

Sicher ist, dass der Mann, der einen deutschen und einen russischen Pass hat, in seinem Wohnumfeld wegen seiner »Tüfteleien« bekannt war. Allerdings, so betont sein Anwalt Alexander Strato, sei der getrennt von seiner Familie lebende Mann »unauffällig« und nicht vorbestraft gewesen.

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