Fr., 10.11.2017

Professorin der Uni Bielefeld klärt über Schlafstörungen im Kindesalter auf Auch manche Kinder schlafen schlecht

Professorin Angelika Schlarb von der Universität Bielefeld.

Professorin Angelika Schlarb von der Universität Bielefeld. Foto: Christian Althoff

Bielefeld (WB/dpa). Statt erholsamer Ruhe Tränen und Geschrei: Schlaflose Nächte kennen wohl alle Eltern. Doch bei manchen Kindern werden sie zum Dauerphänomen. »Zehn bis 20 Prozent der Kinder im Alter von sechs Monaten bis vier Jahren haben Schlafstörungen«, sagt Prof. Angelika Schlarb anlässlich der 25. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin in Münster.

»Mitunter wachsen sich Schlafstörungen mit den Jahren nicht einfach aus«

Die Forscherin der Universität Bielefeld setzt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema auseinander und hat mehrere Studien dazu gemacht. »Mitunter wachsen sich Schlafstörungen mit den Jahren nicht einfach aus«, erklärt sie. Wer als Kind schlecht schlafe, habe auch als Erwachsener nicht selten Probleme.

Laut einer repräsentativen Befragung von Kindern und Jugendlichen im Alter bis zu 18 Jahren verändert sich die Schlafdauer von Kindern rasant: Schlafen Kinder im Alter bis zu sechs Monaten im Schnitt 14,3 Stunden pro Tag, sind es mit 10,5 bis 11 Jahren nur noch 9,5 Stunden. Laut der Studie haben 19,5 Prozent der Kinder allgemeine Schlafprobleme, 13,0 Prozent Einschlafprobleme, 8,8 Prozent Durchschlafprobleme. Von Ein- und Durchschlafstörungen geht Schlarb aus, wenn ein Kind seit mindestens drei Monaten mehrmals die Woche Probleme hat, ein- oder durchzuschlafen.

Schlafstörungen können schwere Folgen haben

Schlafstörungen können für Kinder schwere Folgen mit sich bringen. »Sie können quengelig, aggressiv und unkonzentriert sein«, erläutert Schlarb. Aufmerksamkeits- und Lernstörungen seien weitere mögliche Beeinträchtigungen, erklärt Alfred Wiater, Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin.

Ein Teil der Schlafstörungen bei Kindern – etwa das Schlafwandeln – sei reifungs- und entwicklungsbedingt, sagt Wiater. Diese Störungen klängen in der Regel spätestens in der Pubertät wieder ab. Doch ein Teil der Kinder nimmt die Störungen mit ins Erwachsenenalter. »60 Prozent der Kinder mit Schlafstörungen behalten das Problem«, schätzt Schlarb. Mit Folgen: So steige durch Schlafstörungen das Risiko für eine psychische Erkrankung wie eine Depression.

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