Fr., 10.11.2017

Ortstermin mit Petitionsausschuss des Landtages bringt Lösung Parkplatz-Kompromiss an der Stapenhorststraße

Fahrradbügel statt Stellplätze: Die neuen Parkplätze liegen »um die Ecke« in der Friedrichstraße.

Fahrradbügel statt Stellplätze: Die neuen Parkplätze liegen »um die Ecke« in der Friedrichstraße. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Burgit Hörttrich

Bielefeld (WB). »Es ist ein Kompromiss – aber einer, mit dem man sehr gut leben kann.« Der Einsatz von Metzgermeister Gottfried Wellmann hat sich ausgezahlt: Nachdem die Stadt vier Parkplätze vor seinem Geschäft an der Stapenhorststraße 48 aufgehoben und durch Fahrradbügel ersetzt hat, sollen jetzt drei neue Parkplätze an der Friedrichstraße ausgewiesen werden.

Sie sind nur wenige Schritte entfernt. Erzielt wurde der Kompromiss bei einem Ortstermin des Petitionsausschusses der Landtages am vergangenen Dienstag. Die Vorgeschichte: Nach einem Unfall auf der Stapenhorststraße, bei dem eine Radfahrerin schwer verletzt worden war, sollte die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht werden. Eingeführt wurde Tempo 30. Zudem wurden insgesamt ein Dutzend Parkplätze entfernt, um zu verhindern, dass Radler und Autofahrer sich gegenseitig gefährden. Die Folge: heftiger Protest der Gewerbetreibenden, aber auch der Anwohner.

Gottfried Wellmann ergriff die Initiative und sammelte Unterschriften gegen die städtischen Pläne. Er befürchtete, dass die Kunden weg bleiben würden, wenn sie nicht mehr direkt vor dem Geschäft, das seit 1884 besteht, parken könnten. Innerhalb weniger Tage hatte er 550 Unterschriften zusammen, die er Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz überreichte. Gleichzeitig wandte er sich am 23. März 2017 mit einem Brief an den Petitionsausschuss des Landtages.

»Brandbrief« verfasst

Er schickte vor vier Wochen einen, wie er sagt, »Brandbrief« hinterher. Wellmann: »Drei Tage später bekam ich Nachricht, dass der Petitionsausschuss sich vor Ort ein Bild machen wolle.« Ausschuss-Mitglied Annette Wattermann-Krass (SPD) habe die Situation als »nicht hinnehmbar« empfunden. Im Anschluss an den Ortstermin seien dann alle Möglichkeiten diskutiert worden – mit Vertretern der Bezirksregierung und des Amtes für Verkehr. Das machte schließlich den Vorschlag, an der Friedrichstraße zwischen Stapenhorststraße und der Einfahrt zu Wellmann drei (gebührenpflichtige) Kurzzeit-Stellplätze auszuweisen. Abteilungsleiterin Stephanie Dietz ist überzeugt, dass die Umsetzung noch in diesem Jahr möglich ist.

Erhalten bleibe die Einbahnstraßenregelung von der Rolandstraße in Richtung Stapenhorst­straße. Gottfried Wellmann: »Damit kann man leben. Unsere Kunden müssen einmal um den Häuserblock fahren, um die Stellplätze zu erreichen.

»Man darf nur nicht sofort verzagen«

Er weiß, dass 25 bis 30 Prozent seiner Kunden mit dem Auto zum Einkauf kommen. Nach der Einziehung der Parkplätze an der Stapenhorststraße habe er Einbußen hinnehmen müssen. Wellmann: »Die Kunden, die sich morgens bei uns für den Arbeitstag verpflegt haben, sind weggeblieben.« Beziffern ließe sich die Höhe des Verlustes jedoch noch nicht. Jetzt jedenfalls hofft er, dass die Kunden wiederkommen beziehungsweise auch in Zukunft bleiben.

Er selbst habe gelernt, dass es immer eine Chance gebe, etwas zu erreichen. Gottfried Wellmann: »Man darf nur nicht sofort verzagen und vor allem darf man nicht nichts tun.«

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