Di., 14.11.2017

Nach Brand im Heimathaus Jöllenbeck: Heimatverein will das Fachwerkgebäude schnell wieder nutzen Ermittlungen wegen fahrlässiger Brandstiftung

Die Heimatstube wurde durch Rauch und Ruß komplett zerstört, zeigt Uwe Biermann.

Die Heimatstube wurde durch Rauch und Ruß komplett zerstört, zeigt Uwe Biermann. Foto: Hans-Werner Büscher

Von Hendrik Uffmann

Bielefeld  (WB). Nach dem Feuer im Obergeschoss des Heimathaus Jöllenbeck am Samstagabend ermittelt die Kriminalpolizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. Ein technischer Defekt sei als Brandursache ausgeschlossen, sagte Polizeisprecherin Hella Christoph. »Eine mögliche Ursache ist ein unsachgemäßer Umgang mit dem Herd. Die Ermittlungen laufen aber noch.« Zum Brandzeitpunkt hatte im Erdgeschoss eine Familienfeier stattgefunden.

Unterdessen hat der Heimatverein Jöllenbeck die Schäden im Obergeschoss des Fachwerkhauses, wo er seine Heimatstube hat, in Augenschein genommen. »Die Küche ist komplett verbrannt, alles andere wie das Mobiliar ist durch den Qualm und Ruß unbrauchbar«, sagte Uwe Biermann, Vorsitzender des Jöllenbecker Heimatvereins, nachdem er sich selbst vor Ort ein Bild gemacht hatte.

»Es hätte gebrannt wie Zunder«

Dennoch, so Biermann, hätte der Brand wesentlich schlimmer ausgehen können, wären die Decken und Wände im Obergeschoss nicht mit Gipskartonplatten verkleidet gewesen. »Die Platten haben viel abgehalten. Wären die Flammen direkt an die Holzdecke gekommen, hätte es gebrannt wie Zunder.« Auch wichtige und wertvolle historische Dokumente und Unterlagen des Vereins seien durch den Brand nicht beschädigt oder vernichtet worden, da das Archiv an einem anderen Standort untergebracht sei.

Derzeit versucht der Heimatverein zu klären, wann das Gebäude wieder für Veranstaltungen genutzt werden kann. »Das Erdgeschoss ist unbeschädigt, und auch die Toiletten im Obergeschoss sind noch komplett intakt. Damit diese wieder benutzt werden können, muss nur der Strom im Gebäude wieder angeschaltet werden«, so Uwe Biermann.

Vorerst keine Hochzeiten

Nach Möglichkeit sollen möglichst schnell wieder Veranstaltungen im Erdgeschoss stattfinden, die nächsten geplanten Termine sind die Klönabende des Heimatvereins am Dienstag, 21. November, der plattdeutsche Gesprächskreis am 4. Dezember und der Klönabend am 5. Dezember. »Wir hoffen aber, dass die Renovierung der Heimatstube zügig starten kann. Das hängt aber auch vom Gutachten des Sachverständigen der Versicherung ab, der morgen das Gebäude untersuchen will«, erläutert der Vereinsvorsitzende.

Als Ort für Hochzeiten kann das Heimathaus Jöllenbeck zunächst nicht mehr gebucht werden, sagte gestern Stadtsprecher Uwe Borg­städt. »Anmeldungen nimmt das Standesamt dafür vorerst nicht an.« Der nächste Termin für eine Trauung in dem historischen Fachwerkhaus sei für den 8. Dezember geplant. Borgstädt: »Ob dieser stattfinden kann, ist aktuell noch mit einem Fragezeichen versehen. Das Brautpaar ist aber bereits informiert, dass es eventuell an einem anderen Ort heiraten muss.«

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