Sa., 08.10.2016

Demonstration zu Stromleitung: 100 Teilnehmer setzen sich für Erdkabel-Variante ein Bürgerinitiative fordert Runden Tisch

Protest auf der Straße: Zur insgesamt vierten Demonstration für Erdkabel anstelle der geplanten 380 kV Freileitung versammelten sich rund einhundert Piumer Bürger und zogen mit Transparenten durch die Stadt.

Protest auf der Straße: Zur insgesamt vierten Demonstration für Erdkabel anstelle der geplanten 380 kV Freileitung versammelten sich rund einhundert Piumer Bürger und zogen mit Transparenten durch die Stadt. Foto: Johannes Gerhards

Borgholzhausen(WB/jog). Der Netzbetreiber Amprion hat bei der Vorstellung der neuen Stromtrasse zwischen Emden und Meerbusch-Osterath angekündigt, frühzeitig Gespräche mit der Bevölkerung führen zu wollen. Hartmut Halden von der Bürgerinitiative »Keine 380 kV-Freileitung am Teuto« hat nach eigenen Angaben aber bisher ganz andere Erfahrungen machen müssen.

»Amprion hat unser Gesprächsangebot bisher abgelehnt und weigert sich auch, das Lastgangprofil vom 2. September zur Verfügung zu stellen, als wir gemeinsam mit einigen Landwirten den Einfluss der Stromleitung auf den GPS-Empfang überprüft haben«, sagt Halden bei der Abschlusskundgebung der insgesamt vierten Piumer Demonstration für eine Erdverkabelung.

Im Gegensatz zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) von Emden nach Osterath ist über eine Erdverkabelung auf der durch Borgholzhausen geplanten Leitung Nr. 16 noch längst nicht entschieden. Derzeit werden im Planfeststellungsverfahren über 800 Einwendungen überprüft. Immerhin nähern sich Bürgerinitiative und Netzbetreiber in Bezug auf geschätzte Kosten bei Erdkabeln immer mehr an. Die BI spricht seit jeher vom zwei- bis dreifachen Preis einer Freileitung, der Netzbetreiber gehe inzwischen vom drei- bis vierfachen aus, ein deutlicher Rückgang gegenüber dem früher genannten achtfachen Wert, sagt Hartmut Halden.

Zudem habe auch Amprion erkannt, dass Erdkabel über eine bessere Akzeptanz in der Bevölkerung verfügen und keine Wertminderung der Grundstücke mit sich bringen, meint auch Dierk Bollin von der Bürgerinitiative. »Die Politik hat mit der Änderung des Energieleitungsausbaugesetzes EnLAG die Erdverkabelung grundsätzlich ermöglicht. Es liegt nun an Amprion, sich im Konsens mit allen Beteiligten zu entscheiden«, sagt Bollin und regt Gespräche am Runden Tisch mit Kommunen, Landes- und Bundespolitikern an.

Bürgermeister Dirk Speckmann sieht das ähnlich: »Ein Runder Tisch macht allen Sinn der Welt«. Weiter erinnert er daran, dass es einen einstimmigen Ratsbeschluss mit Priorität für Erdkabel gebe. Zudem gelten seit der Gesetzesänderung bei Freileitungen strengere Vorschriften für Abstandsflächen zwischen 200 Metern bei Einzelgebäuden und 400 Metern zu Siedlungsgebieten. »Da reicht eine leichte Verschwenkung der Trasse auf keinen Fall aus«, betont der Bürgermeister und gibt der Hoffnung auf technischen Fortschritt Ausdruck, der die Erdkabel in Zukunft noch wirtschaftlicher und rentabel erscheinen lasse. »Wir haben gezeigt, dass Borgholzhausen nicht schläft und werden weiterhin am Ball bleiben«, kündigt Hartmut Halden zum Abschluss an.

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