Sa., 02.09.2017

Einigung auf Sozialplan im Zuge der Werksverlagerung nach Sachsen im Jahr 2020 55 Millionen für Homann-Mitarbeiter

Mitarbeiter des Feinkostherstellers Homann in Dissen verlassen nach der Betriebsversammlung das Gelände.

Mitarbeiter des Feinkostherstellers Homann in Dissen verlassen nach der Betriebsversammlung das Gelände. Foto: Gerhards

Von Johannes Gerhards und Oliver Horst

Dissen (WB). Die Schließung des Stammwerks in Dissen bei Osnabrück und dreier weiterer Standorte im Jahr 2020 soll für die 1200 betroffenen Mitarbeiter durch einen bis zu 55 Millionen Euro schweren Sozialplan abgefedert werden.

Wie berichtet, hat der Molkereikonzern Müller als Homann-Mutter die Verlagerung in einen 500 Millionen Euro teuren Neubau im sächsischen Leppersdorf beschlossen.

Der Sozialplan sieht Zuschüsse für Beschäftigte vor, die an den neuen Standort wechseln. Zudem gibt es Prämien und Abfindungen für Mitarbeiter, die in den Werken bis zur Schließung weitermachen. »Das Ergebnis ist nicht berauschend, aber man kann damit leben«, sagt der Dissener Betriebsratschef Andreas Straede. »Es waren knallharte Verhandlungen, der Arbeitgeber musste sein Angebot von rund 35 Millionen auf 53 bis 55 Millionen Euro erhöhen.«

Letzter Arbeitstag im Februar 2020

Die Details wurden den Mitarbeitern am Freitag vorgestellt. Der Sozialplan sieht pro Beschäftigungsjahr Abfindungen zwischen 0,4 (für unter 30-Jährige) und 0,55 Monatsgehältern für über 50-Jährige vor. Bei 30-jähriger Betriebszugehörigkeit kämen rund 40.000 Euro zusammen.

Die Konzernleitung habe eine Bürgschaft übernommen, sodass Abfindungen auch im Falle einer Homann-Insolvenz gesichert seien. Die Abfindung erhalten alle, denen wegen der Werkschließungen betriebsbedingt gekündigt wird. In Dissen soll der 29. Februar 2020 der letzte Arbeitstag sein.

Umzugsprämie angeboten

Der Gesamtbetriebsrat rechnet damit, dass maximal 200 Mitarbeiter das Angebot zum Wechsel nach Leppersdorf annehmen. Dabei bietet Homann eine Umzugsprämie von einmalig 8000 Euro sowie auf ein Jahr begrenzt einen Mietzuschuss von 300 Euro pro Monat und Pendlerzuschüsse. Zudem werde trotz des niedrigeren Lohnniveaus im Osten das bisherige Gehalt garantiert.

Bislang hätten etwa 100 Mitarbeiter gekündigt, sagt Straede. Um die verbliebenen Kräfte zu halten, zahlt Homann ab Oktober eine Prämie von 200 bis 500 Euro pro Monat mit bis zu zwei Krankheitstagen. Mit Nachforderungen nach Tariferhöhungen bis Ende 2019 ist die Arbeitnehmerseite jedoch gescheitert. Einige an einen Verbleib nahe Dissen geknüpfte Abstriche greifen dagegen nicht.

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