Fr., 23.09.2016

Husky-Inhaber klagen gegen die Stadt – Richter zweifelt Zuverlässigkeit an Gericht verbietet Hundehaltung

Die neun im vergangenen Jahr sichergestellten Huskys kehren vorerst nicht zu ihren Gütersloher Haltern zurück.

Die neun im vergangenen Jahr sichergestellten Huskys kehren vorerst nicht zu ihren Gütersloher Haltern zurück. Foto: dpa

Von Stephan Rechlin

Gütersloh/Minden (WB). Das Verwaltungsgericht Minden untersagt zwei Gütersloher Haltern von neun Huskys, in den kommenden fünf Jahren weiter Hunde zu halten. Das Gericht hält das Paar für unzuverlässig und bestätigte damit jene Ordnungsverfügungen der Stadt Gütersloh, gegen die das Paar geklagt hatte.

Die Huskys hatte die Stadt im vergangenen Jahr sichergestellt und dem Tierheim und anderen Haltern übergeben. Sie hatte damit die Konsequenzen aus mehreren Vorfällen gezogen, bei denen Passanten und deren Hunde verletzt worden waren. In einem

Passantin schwer verletzt

In einem Fall war eine Spaziergängerin bei einem Schlittenhundetraining auf einem Privatweg zwischen die Verbindungsleinen des vorderen Hundepaares geraten und gestürzt. In einem anderen Fall im Juni 2015 hatten sich aus dem Haus des Paares entwischte Huskies in einen von zwei Hunden einer Passantin verbissen. Als die Frau die Tiere trennen wollte, zog sie sich schwere Verletzungen zu. Ihren eigenen Hund musste sie später einschläfern lassen. Trotz strenger Auflagen der Stadt entwischte wenig später erneut ein Husky aus dem Haus, ohne dass etwas Schlimmes passierte. Der Vorwurf der Wilderei war nicht beweisbar.

Das vom Tierrechtsexperten Andreas Ackenheil (Mainz) vertretene Paar bezeichnete das Führungsverbot als unangemessen, weil die erhobenen Vorwürfe nichts mit Führungsfehlern zu tun gehabt hätten. Von der Stadt festgestellte Anmeldefehler und Steuerschulden seien auf neue, ihnen bisher unbekannte Verfahrensregeln zurückzuführen. Bei dem Bissvorfall sei nicht bewiesen worden, dass die verletzte Frau tatsächlich von einem der Huskys verletzt worden sei. Drei der beteiligten Hunde seien nach wenigen Tagen wieder als harmlos zurückgebracht worden. Ihre Versuche, Wesensprüfungen für drei weitere Hunde zu bekommen, ­seien abgelehnt worden.

Richter zweifelt Zuverlässigkeit an

Nach Ansicht von Richter Burkhard Bünte wissen verantwortungsvolle Hundehalter, wie Hunde anzumelden sind und welche Steuern zu zahlen sind. Vor allem sorgten sie für eine ausreichende Haftpflicht. Die Zuverlässigkeit des Paares, künftig Hunde zu führen, zweifelte er vor allem wegen ihrer Neigung an, sämtliche Vorfälle zu bagatellisieren oder die Schuld bei anderen zu suchen. So werde der Sturz der Spaziergängerin auf deren Fehlverhalten zurückgeführt und die schwer verletzte Frau soll an den Bisswunden »mitschuldig« gewesen sein. Das eigene Fehlverhalten blende das Paar dagegen aus.

 

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4323117?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516079%2F