Mi., 30.11.2016

Stadt will in kommenden sechs Jahren 6,5 Millionen Euro in den Stadtteil pumpen In Blankenhagen wird es ernst

Schlüsselrolle Wohnungswirtschaft: Triste Fassaden tragen zum schlechten Image Blankenhagens bei. Durch ein Erneuerungsprogramm sollen sie verschönert werden.

Schlüsselrolle Wohnungswirtschaft: Triste Fassaden tragen zum schlechten Image Blankenhagens bei. Durch ein Erneuerungsprogramm sollen sie verschönert werden. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stephan Rechlin

Gütersloh-Blankenhagen (WB). Seit mehr als zehn Jahren verspricht die Stadt, etwas für den Stadtteil Blankenhagen zu tun. Jetzt wird es ernst. Bis zum Jahr 2022 sollen dort 6,5 Millionen Euro investiert werden. Doch beim Geld allein bleibt es nicht.

Die höchste Einzelsumme (2,2 Millionen Euro) des gesamten Förderpaketes sollen einem »Integrierten Handlungskonzept« zufolge in die Errichtung eines Bürgerhauses Blankenhagen fließen. Die Planungsgruppe Stadtbüro aus Dortmund, Autoren des Konzeptes, messen der Einrichtung einer Stadtteilmitte höchste Priorität bei.

Es soll den aktiven Bürgern Blankenhagens eine Anlaufstelle bieten, ihr Engagement weiter fördern und auch der Sitz eines Stadtteilmanagements werden. Damit ist ein externes Büro gemeint, das die vielen anderen geplanten Maßnahmen in Blankenhagen vorantreiben und koordinieren wird.

Aus Schule wird Kita

Dazu zählen zum Beispiel die Errichtung einer völlig neuen Kita in der ehemaligen Blankenhagen School samt Neugestaltung der Freifläche dort (1,3 Millionen Euro). Es gehört die Erweiterung der Kita am Langertsweg für 780 000 Euro dazu. Private Freiflächen sollen modernisiert und aufgewertet (625 000 Euro), die Gebäudefassaden sollen verschönert (500 000 Euro), Fußwegeverbindungen sollen befestigt und aufgewertet werden (200 000 Euro).

Die Fahrradwerkstatt am Bürgerzentrum Lukas wird schon im kommenden Jahr für 66 000 Euro ausgebaut. Darüber hinaus listet das Konzept viele weitere »Aufwertungen«, »Neugestaltungen« und »Modernisierungen« von Spielplätzen, Freiflächen und Schulhöfen auf. Allein 4,8 Millionen Euro des Gesamtpaketes dienen der Städtebauförderung.

Auf Blankenhagen kommen aber auch viele neue Gremien, Gruppen und Runde Tische zu. Dem Stadtteilmanagement soll ein Stadtteilgremium zur Seite gestellt werden, eine Art Blankenhagener Rat, der auch mitbestimmen darf, in welche Projekte wieviel investiert wird. In einer davon unabhängigen »Steuerungsgruppe« sollen sich Wohnungsunternehmer, Kommunalpolitiker und Mitarbeiter der Gütersloher Bau- und Verkehrsverwaltung treffen, um den Fortgang des Erneuerungsprojektes im Auge zu behalten.

Triste Fassaden, schlechtes Image

Mit weiteren Vertretern der örtlich aktiven Wohnungswirtschaft ist die Einberufung eines »Runden Tisches« vorgesehen. Der Wohnungswirtschaft weisen die Autoren eine Schlüsselrolle zu. Triste Fassaden tragen derzeit viel zum schlechten Image Blankenhagens bei. Über die Ausweisung als »Sanierungsgebiet« soll es Hausbesitzern und Wohnungsbaufirmen ermöglicht werden, ihre Investitionen leichter steuerlich absetzen zu können.

Der oft geforderte »Kümmerer« soll über Städtebauhilfen zur Integration von Flüchtlingen finanziert werden. Überhaupt steht und fällt das gesamte Erneuerungsprogramm mit der Verfügbarkeit von Fördermitteln. Größte Zapfstation wird der Europäische Sozialfonds, der sein Geld in viele kleinere Quartier-Programme gepumpt hat, die es nun zu finden und abzuschöpfen gilt.

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