So., 25.12.2016

Dr. Franz Jungbluth lenkt Blick auf Kooperation mit Schulen Museumsleiter will Angebot vertiefen

Der neue Heimatvereinsvorsitzende Giesbert Nunnemann (links) begrüßt den neuen Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth (Mitte). Dr. Rolf Westheider hilft beim Wechsel.

Der neue Heimatvereinsvorsitzende Giesbert Nunnemann (links) begrüßt den neuen Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth (Mitte). Dr. Rolf Westheider hilft beim Wechsel. Foto: Carsten Borgmeier

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Der sich in eine stille Kammer zurückziehende, lesende, forschende, Kontakt zur Gegenwart meidende Historiker ist der neue Museumsleiter Dr. Franz Jungbluth (39) jedenfalls nicht. Auf einer eigenen Homepage vermarktet er seine Leistungen selbst, inklusive Internet-Tagebuch.

In seinem Lebenslauf tauchen immer wieder die Worte »Marketing«, »PR«, »Netzwerk«, »Online« auf, verbunden mit so namhaften Einrichtungen wie der Hamburger Körber-Stiftung, dem Museum und Park Kalkriese oder dem Technoseum in Mannheim . Jungbluth zieht die Konsequenzen aus der für Geisteswissenschaftler in ganz Deutschland schwierigen Berufssituation – er vermarktet sich selbst. Weil das in seinem Fall nicht zum Preis der Oberflächlichkeit passiert, hat sich der noch amtierende Museumsleiter Dr. Rolf Westheider wohl so für ihn beim Heimatverein Gütersloh ein- gesetzt, dem Träger des Museums.

Keinen besseren Kandidaten

Angesichts der Leistungen und Qualifikationen Jungbluths hatte der neue Heimatvereins-Vorsitzende keinen Anlass für eine förmliche, zeitraubende Ausschreibung gesehen: »Einen besseren Kandidaten würden wir damit kaum gewinnen können.« So gewinne das Museum Zeit für einen geordneten Übergang.

Nach mehr als 13 Jahren sieht Dr. Rolf Westheider kaum noch Steigerungsmöglichkeiten seiner bisherigen Ausstellungs-und Projektideen an dem »Ort permanenten Lernens«. Nachfolger Jungbluth vermag diese Steigerungsmöglichkeiten in einer Vertiefung zu erkennen – vom permanenten zum schulischen Lernen. Dazu habe er unter anderem Lehrpläne ausgewertet: »Vor allem die Verknüpfung von Geschichte mit Technik und Naturwissenschaften dürfte interessant für Schüler und Lehrer sein.«

Das Jahresprogramm steht

Das Jahresprogramm 2017 des Museums steht in weiten Teilen. Es wird geprägt von der Reformation, einer Ausstellung mit dreidimensionalen Bildern zum Ersten Weltkrieg des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, einer gemeinsamen Ausstellung mit Partnern aus Châteauroux zum Zweiten Weltkrieg. Jungbluth will mal sehen, ob ihm darüber hinaus noch ein bis zwei originelle Ausstellungsideen à la Westheider einfallen: »Mit sieben bis acht Sonderprojekten pro Jahr hat das Gütersloher Museum eine ungeheuer hohe Schlagzahl.«

Stadtführungen unter einem Dach

Die feste Stelle seiner Frau bei der Bertelsmann Stiftung habe die junge Familie vor vier Jahren nach Gütersloh verschlagen. Schon zur Ankunft seien ihm die vielen verschiedenen Stadtführungsangebote hier aufgefallen – mal vom Museum, mal vom Stadtmarketing, mal von der VHS: »Verwirrend für einen historisch interessierten Gütersloher.« Er könne sich eine Bündelung dieser Angebote vorstellen, vielleicht unter dem Dach eines Online-Portals »Gütersloh Historisch«. Die ganze Stadt könne so zum inhaltlichen Angebot des Museums werden. Ja, und mit dem leidigen Thema Sammlung und Magazin werde er sich wohl auch befassen müssen. Eine Inventarisierung und ein Konzept müssten ermitteln, welche Werte davon dauerhaft aktiv eingesetzt werden können.

 

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