Fr., 13.01.2017

Polizei warnt vor Kaffeefahrt auf den »Hankenhof« in Filsum Hof des XXL-Ostfriesen dient als Zugpferd

Dezember 2015: Vor dem ZOB warnt die Gütersloher Polizei vor Kaffeefahrten.

Dezember 2015: Vor dem ZOB warnt die Gütersloher Polizei vor Kaffeefahrten. Foto: Wolfgang Wotke

Gütersloh (WB/mdel). Der Gütersloher Polizei kämpft gegen betrügerische Kaffeefahrten. Vor einem Jahr postierten sich Beamte bei einem Schwerpunkteinsatz direkt am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB), um Bürger vor einer Teilnahme an einer derartigen Fahrt zu warnen. Nun sind wieder Einladungen im Umlauf, in denen den Teilnehmern Geldgewinne und Geschenke versprochen werden.

Im aktuellen Fall soll die Kaffeefahrt zum »Hankenhof« führen. Hierbei handelt es sich um den Bauernhof des im Oktober verstorbenen XXL-Ostfriesen Tamme Hanken in Filsum in Niedersachsen. Die Abfahrt in Gütersloh soll am Montag, 16. Januar, um 6.30 Uhr am ZOB an der Kaiserstraße erfolgen.

»Ermittlungen des zuständigen Ordnungsamtes in Filsum ergaben, dass der Hankenhof zwar angefahren wird, dort aber nur eine kurze Hofführung stattfinden wird. Die Eigentümerin gab an, dass es dort weder ein kostenloses Frühstück noch ein Mittagessen geben wird«, teilt Polizeisprecherin Corinna Koptik mit. Auch die versprochene »Promotion Show«, also eine Verkaufsveranstaltung, finde nicht dort, sondern an einem von den Organisatoren geheim gehaltenen Ort statt. Die gesetzlich geforderte Anmeldung der Werbeverkaufsveranstaltung als Wanderlager sei nicht erfolgt, so dass nach derzeitigem Ermittlungsstand von Ordnungsamt und Polizei davon ausgegangen werden müsse, dass der Hankenhof von den Organisatoren als »Deckmantel« missbraucht werde, um möglichst viele Teilnehmer für die Fahrt zu begeistern.

Auf Busreisen mit Verkaufsveranstaltung, so genannten Kaffeefahrten, geraten Senioren immer wieder an unseriöse Verkäufer, die ihnen nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen. Die Teilnehmer erkennen dann auch schnell, dass oft versprochene Gewinne nicht ausgezahlt werden. Stattdessen stehen Werbe- und Verkaufsveranstaltung im Vordergrund. Dort werden sie oftmals unter Druck gesetzt und dazu gedrängt, Kaufverträge abzuschließen, die nicht selten ihr monatliches Einkommen übersteigen. »Die als Schnäppchen gepriesenen Kochtöpfe, Badezusätze oder Trinkkuren sind nach polizeilicher Erfahrung häufig minderwertiger und teurer als im Fachhandel«, warnt Koptik. Besondere Vorsicht sei bei angebotenen Medikamenten geboten.

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