Mi., 17.05.2017

Ermittlungen gegen Gütersloher wegen Kindesmissbrauchs – Waffen eingezogen Jäger soll Mädchen bedroht haben

Von Christian Althoff

Gütersloh (WB). Ein Jäger aus dem Kreis Gütersloh soll drei Mädchen sexuell missbraucht haben. Die Staatsanwaltschaft Bielefeld bestätigte entsprechende WESTFALEN-BLATT-Informationen und erklärte, dass sie ein Ermittlungsverfahren führe. Weil der Mann außerdem im Verdacht steht, die Kinder mit seinen Gewehren eingeschüchtert zu haben, hat ihm der Kreis Gütersloh die Waffen abgenommen.

Drei Mädchen, die zur Tatzeit zwischen neun und zehn Jahre alt gewesen sein sollen, haben bei der Polizei ausgesagt, sie hätten den Mann öfter in seinem Haus besucht, um seinen Hund zu streicheln. Ein Mädchen gab an, sie hätten dort auch »Modenschauen« gemacht, bei der der Mann sie aufgefordert habe, sich auszuziehen. Das hätten sie getan.

Kinder mit Waffen bedroht?

Ihren Eltern erzählten die Kinder lange Zeit nichts – möglicherweise, weil sie Angst vor dem Jäger hatten. Die Mädchen gaben nämlich bei der Kripo an, er habe ihnen seine Gewehre »und große Kugeln« gezeigt und gesagt, es gebe »Stress«, wenn sie ihren Eltern etwas erzählten. Die Kinder äußerten sinngemäß, sie glaubten, der Jäger werde die Waffen benutzen, wenn sie etwas verrieten.

Sie sagten, sie hätten Angst vor ihm gehabt. Deshalb hätten sie ihn auch weiterhin besucht. Ein Mädchen gab an, es sei aus Angst um die eigenen Eltern immer wieder zu dem Jäger gegangen.

Jäger klagte gegen Waffenentzug

Als der mutmaßliche Missbrauch aufflog, widerrief der Kreis Gütersloh die Waffenbesitzkarte und ordnete die Sicherstellung aller Waffen an. Das begründete die Behörde nicht nur mit der »Einschüchterung der Kinder«, sondern auch damit, dass der Jäger bereits 2009 seine Frau mit den Waffen bedroht haben soll.

Der Beschuldigte gibt an, er habe die Kinder niemals aufgefordert, sich auszuziehen, und habe sie auch nicht angefasst. Selbst wenn das so gewesen wäre, rechtfertige das nicht den Waffenentzug, meinte der Mann und klagte vor dem Verwaltungsgericht Minden. Dort verlor der Jäger. Das Gericht entschied, der Waffenentzug sei rechtmäßig gewesen. Das Gericht sei überzeugt, dass der Mann die Kinder mit seinen Gewehren eingeschüchtert habe.

Die strafrechtlichen Ermittlungen sollen unmittelbar vor dem Abschluss stehen. Der Jäger muss wohl mit einer Anklage rechnen.

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