Do., 10.08.2017

Dr. Anke Knopp schreibt Buch über ihre Zeit als Gütersloher Bürgermeister-Kandidatin »Einmischen lohnt sich«

Anke Knopp möchte mit ihrem Buch »Wahltag« Lust auf mehr Politik machen.

Anke Knopp möchte mit ihrem Buch »Wahltag« Lust auf mehr Politik machen. Foto: Carsten Borgmeier

Von Hanna Bollmann

Gütersloh (WB). »Warum tun Sie sich das an?« – Das war eine Frage, die Dr. Anke Knopp (52) häufig zu hören bekam, als sie 2015 »ohne Parteibindung« für das Amt der Bürgermeisterin kandidierte. In Ihrem Buch »Wahltag. Wie ich kandidierte, einen digitalen Wahlkampf führte und verlor«, beantwortet die Politikwissenschaftlerin und Bloggerin auf 238 Seiten unter anderem auch diese Frage.

Außerdem erzählt sie, heiter und manchmal sogar selbstironisch, von ihrem Wahlkampf, der verlorenen Wahl und den Hürden, die sie als parteilose Kandidatin zu meistern hatte. »Nach der Wahl haben mich viele Leute auf meine Erfahrungen angesprochen,« berichtet Knopp. Und irgendwann habe sie dann einfach angefangen, zu schreiben.

Neben ihren Erlebnissen sind auch Auszüge aus Knopps politischem Tagebuch und einige demokratische Exkurse in das Werk eingeflossen. »Das Buch richtet sich an alle, die gerne selbst die Zukunft gestalten wollen«, sagt Knopp. Es solle Lust machen auf Politik. Für Gütersloher sei das Buch auch aus lokalgeschichtlicher Sicht interessant.

»Kein Platz für einen Freigeist«

»Zukunft entsteht vor Ort«, meint Knopp. »Ich wollte für meine Stadt etwas verändern.« Und das ohne Parteiapparat im Rücken. »Dadurch konnte ich mich ganz an den Wählern messen.«

In Parteien herrsche immer eine gewissen Hierarchie: Wer mit entscheiden wolle, müsse sich anpassen. »Da war kein Platz für einen Freigeist«, glaubt sie. Sie war selbst von 1995 bis 2012 Mitglied der Grünen, zwischenzeitlich auch Ratsfrau und Fraktionsvorsitzende.

Nachdem Anke Knopp die Partei verlassen hatte, weil zu wenig Engagement in Richtung Bürgerbeteiligung zu erkennen gewesen sei, war sie in der Bürgerinitiative »Demokratie wagen« aktiv. Die Initiative war es letztendlich auch, die sie als Bürgermeister-Kandidatin vorschlug. Der intensive Wahlkampf war allerdings nicht erfolgreich genug – es war schließlich CDU-Kandidat Henning Schulz, der zum Bürgermeister gewählt wurde.

Vielleicht lag es an Knopps komplexen Kernthemen, wie Digitalisierung und Bürgerbeteiligung. In ihrem Buch beschreibt sie, dass sie erst nach einer Weile realisiert habe, dass viele Leute die Verbindung dieser Themen mit ihrem Alltag nicht verstehen. »Die meisten Menschen haben Angst vor Veränderungen«, ist sich Knopp sicher.

Persönliche Grenzen kennengelernt

Ihr primäres Ziel, Bürgermeisterin werden, hat sie nicht erreicht. Dennoch habe sie im Wahlkampf neun Monate praktische Erfahrungen gesammelt, wie sich Demokratie von unten anfühlt. Beruflich widmet sich Knopp weiter dem Thema digitale Transformation: Sie berät als Freiberuflerin Kommunen und Regionen, hält Vorträge und führt Gespräche.

»Im Wahlkampf habe ich meine persönlichen Grenzen kennengelernt.« Noch einmal wolle sie diesen Weg nicht beschreiten, aber sie bleibe dabei: »Es lohnt sich, sich einzumischen. Neue Stimmen erzeugen immer ein Nachhallen.«

Anke Knopps »Wahltag« ist im Wochenschau Verlag erschienen (ISBN: 978-3-7344-0483-2), die Print-Ausgabe kostet 16,90 Euro.

 

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