Di., 26.09.2017

Gütersloh: Nach Niederlage rechnet SPD mit Wahlkampfstil von Elvan Korkmaz ab »Wo es raucht und stinkt«

Elvan Korkmaz hat in ihrem Wahlkampf »nur positive Signale« empfangen und ist deshalb über das Ergebnis besonders enttäuscht. Kreisvorstand Hans Feuß (links) und Urgestein Klaus Brandner haben dagegen auch andere Signale vernommen.

Elvan Korkmaz hat in ihrem Wahlkampf »nur positive Signale« empfangen und ist deshalb über das Ergebnis besonders enttäuscht. Kreisvorstand Hans Feuß (links) und Urgestein Klaus Brandner haben dagegen auch andere Signale vernommen. Foto: Wolfgang Wotke

Von Stephan Rechlin

Gütersloh (WB). Elvan Korkmaz ist drin. Die SPD-Kandidatin hat es doch noch geschafft und rückt über die Reserveliste in den Bundestag ein. Die Wahlkampfniederlage mag mit einem Happy End ausklingen – die parteiinterne Analyse bleibt der Gütersloherin (32) damit aber nicht erspart.

In der SPD rumort es. In einer Blitzaktion hatte sich Korkmaz im vergangenen Jahr ohne Absprache mit dem Kreisvorstand vom Gütersloher Ortsverein zur Anwärterin auf die Bundestagskandidatur nominieren lassen – bevor ihr Vorgänger und Staatssekretär Thorsten Klute überhaupt seine Mehrheiten sammeln konnte, war Korkmaz bereits installiert.

Korkmaz hatte bis dahin weder einen Ortsverein geleitet noch einen Stadt- oder Kreisverband. Sie hatte auch noch keinen anderen SPD-Kandidaten in dessen Wahlkampf unterstützt – alles Stufen, die andere Anwärter bisher zu nehmen hatten.

Statt dessen rückte Korkmaz nach einem soliden, aber verlorenen Wahlkampf gegen Landrat Sven-Georg Adenauer umgehend in den SPD-Landesvorstand (!) ein.

Wut und Frust der Genossen zielen in erster Linie auf Korkmaz’ Wahlkampfstil. Ein junges, schlagkräftiges Team um die von Elvan Korkmaz’ Bruder Aliyar geführten Jusos setzte aufs Internet, SPD-Prominenz und Aktionen wie die mit der Sprühkreide vor Kitas und Grundschulen.

Über Events mit prominenten oder interessanten Gästen wie Achim Post, Michael Groschek und Andrea Nahles versuchte Korkmaz, »Inhalte« ins Zentrum ihres Wahlkampfes zu rücken. Doch wussten am Wahltag offenbar weder Wähler noch Genossen, welche Anliegen Elvan Korkmaz eigentlich konkret in Berlin vertreten will. »Sie ist besser mit der SPD-Prominenz vernetzt als mit der SPD im Kreis Gütersloh«, sagen Wahlkampfgefährten, die genau das auch im SPD-Kreisvorstand zur Sprache bringen wollen.

Vor diesem Hintergrund bekommt die erste Analyse von SPD-Kreisvorstand Hans Feuß am Wahlabend im Kreishaus ein besonderes Gewicht: »Wir müssen wieder rausgehen, dort wo es raucht und stinkt und hören, was die Leute wollen. Ein Politiker hat zwei Ohren und nur einen Mund.«

Kommentare

Ich habe im Wahlkampf Elvan Korkmaz persönlich sprechen können und finde es super das sie es in den Bundestag geschafft hat. Ich hoffe nur das sie einiges was in ihr sprudelt auch gegen die anderen durchsetzen kann! Politik muss etwas neu gestaltet werden und dazu ist es notwendig das junges frisches Blut in die Partei kommt und nicht wie früher erst in der Kommunal- und Landespolitik alle Ideen verbrennen lassen! Ich drücke Frau Korkmaz die Daumen das sie gute Arbeit in Berlin leisten kann.

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