Do., 22.09.2016

Kleiner Anbieter bekommt noch keinen Zugang zu aufgerüsteten Telekom-Leitungen BiTel-Kunden müssen warten

Die Telekom hat mit Glasfaser und Vectoring aufgerüstet, BiTel-Kunden können davon aber noch nicht profitieren.

Die Telekom hat mit Glasfaser und Vectoring aufgerüstet, BiTel-Kunden können davon aber noch nicht profitieren. Foto: dpa

Altkreis Halle (pes). Die Kunden des lokalen Internet-Anbieters BiTel werden bei der Beschleunigung der Breitbandversorgung wohl längere Zeit in die Röhre schauen müssen. Zwar hat die Telekom durch Glasfaserkabel und Vectoring der vorhandenen Kupferkabel die technischen Voraussetzungen geschaffen, hat für die kleinen Provider wie BiTel, im Fachjargon auch »Carrier« genannt, aber noch keine passenden Produkte bereitgestellt.

Nach Auskunft des Breitband-Verbandes Breko sollte die Telekom diesen so genannten »Layer-2-Bitstream-Access« schon zum 1. Januar 2016 bereitstellen – was aber nicht geschehen ist. Zwischen der Bundesnetzagentur und der Telekom ist es nach Auskunft von Breko-Pressesprecher Marc Kessler deshalb zu einem Rechtsstreit gekommen. Inzwischen liegt der Vorgang, nach einem positiv beschiedenen Eilantrag der Telekom beim Verwaltungsgericht Köln, bei der EU-Kommission. Als neuer Termin ist der 1. November 2016 vorgesehen. Dann können auch andere Netzbetreiber, wie die BiTel, gegen entsprechendes Entgelt, einen Zugang auf die Leitungen der Telekom bekommen.

Michael Jesdinsky, bei der Tochter der Stadtwerke Bielefeld und Gütersloh für Regulierungsfragen zuständig, erklärt im WB-Gespräch deutlich, woran es scheitert. Die Telekom habe in ihrem Angebot ein Kontingent von Mindestnutzern vorgegeben, die ein kleiner »Carrier« wie BiTel nicht erfüllen könne. Große Anbieter, wie Vodaphone, 1 und 1, Mobilcom oder O2 beispielsweise, sind davon nicht betroffen, weil sie ohnehin Millionen Kunden haben. »Die können ganz anders Druck ausüben als wir regionalen Anbieter.«

»Es liegt nicht an uns oder unserem Desinteresse, dass unsere Kunden das schnellere Internet nicht nutzen können«, sagt Michael Jesdinsky. Er übt allerdings unverhohlen Kritik am Vorgehen der Telekom. Denn der Termin 1. November bedeute nicht, das dann BiTel schon High-Speed-Internet auf Telekom-Leitungen anbieten könne. »Die technische Umsetzung kann bis zu eineinhalb Jahre dauern«, klagt der BiTel-Mann. In dieser Zeit könne die Telekom jedenfalls gegenüber den kleinen Anbietern Verdrängung praktizieren. Jesdinsky und seine Kollegen im Großraum Bielefeld-Gütersloh befürchten durch diese Praxis, dass ihnen scharenweise die Kunden davonlaufen könnten.

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