Mi., 30.11.2016

Wer mehr als 50 Münzen einzahlen will, muss mit Gebühren rechnen Kleingeld kann teuer werden

Eine Handvoll Münzen kann man vorerst weiter kostenlos aufs Konto einzahlen. Doch größere Beträge werden in Zukunft mit einer Gebühr belegt. Die Kreissparkasse macht den Anfang in dieser Entwicklung, die einer EU-Verordnung geschuldet ist.

Eine Handvoll Münzen kann man vorerst weiter kostenlos aufs Konto einzahlen. Doch größere Beträge werden in Zukunft mit einer Gebühr belegt. Die Kreissparkasse macht den Anfang in dieser Entwicklung, die einer EU-Verordnung geschuldet ist. Foto: Hase/dpa

Von Klaus-Peter Schillig

Halle(WB). Weg vom Kleingeld! Anders kann man den Trend kaum umschreiben, der jetzt bei der Kreissparkasse schon umgesetzt worden und bei der Volksbank noch in Planung ist. Wer in größerem Umfang Münzgeld einzahlen will, muss fürs Zählen und Sortieren Gebühren zahlen.

Die Kreissparkasse hat bereits zum 1. November die Konsequenzen aus der Bargeld-Prüfverordnung der EU gezogen, wie Pressesprecherin Heidi Kirsch auf Anfrage mitteilt. Demnach sind die Geldinstitute verpflichtet, die Echtheit eingezahlter Münzen zu prüfen – »bis zur Ein-Cent-Münze«, sagt Heidi Kirsch.

Dadurch sollen beschädigte und verschmutzte Münzen, vor allem aber Falschgeld und Münzen anderer Währungen aussortiert werden. Die vorhandenen Einzahlungsautomaten konnten diese Anforderungen nicht mehr erfüllen, hätten für viel Geld nachgerüstet oder komplett ersetzt werden müssen. Alternative wäre ein hoher personeller Aufwand.

Nach der EU-Verordnung dürfe das Münzgeld ausschließlich mit eigens dafür von der Bundesbank zertifizierten Geräten geprüft werden. Diese Geräte hielten aber die meisten Kreditinstitute nicht selbst vor, sondern bedienten sich der Dienste von Werttransportunternehmen, heißt es in einer Stellungnahme der Kreissparkasse. Auch das Haller Geldinstitut hat einen solchen Dienstleister beauftragt. Der kostet Geld, weshalb für die Einzahlung größerer Kleingeldmengen Gebühren fällig werden. Das betrifft allerdings nicht die lieb gewonnene Kinderspardose. Minderjährige bis 18 Jahren können ihr Erspartes weiterhin kostenlos abgeben, wenn es auf das eigene Konto eingezahlt wird. Das Gleiche gilt für die sprichwörtliche Handvoll, nämlich weniger als 50 Münzen. Der Gegenwert wird direkt dem Konto gutgeschrieben.

Geschäftsleute oder Markthändler beispielsweise, die mehr als 50 Münzen einzahlen wollen, müssen dafür jetzt ein so genanntes Safebag benutzen. Diese Einwegtaschen werden weitergeleitet an das Werttransportunternehmen, wo das Geld unter Videoüberwachung maschinell gezählt wird. Solch ein Safebag kostet 5 Euro, kann einmalig zur Einzahlung verwendet werden. Bis zu 1200 Münzen passen in die Tasche. Zwischen Einzahlung und Gutschrift auf dem Konto können bis zu zehn Tage vergehen.

»Bei der Volksbank Halle bleiben Münzeinzahlungen für Privatkunden weiterhin kostenfrei«, wie deren Sprecher Timo Klack auf Anfrage mitteilt. »Für den Bereich der gewerblichen Kunden beabsichtigen wir ab Januar 2017 Gebühren einzuführen, um Mehraufwand und zusätzliche Kosten (...) auffangen zu können.« Eine Entscheidung über die Höhe der Gebühren sei noch nicht gefallen.

Sparkassensprecherin Heidi Kirsch sieht die Safebag-Einzahlungen als Anlass, sich über die Reduzierung von Münzgeld Gedanken zu machen. Privatpersonen sollten vermehrt bargeldlos bezahlen und Händler ihre Kunden dazu anregen, sagt sie. Das funktioniert schon jetzt mit der EC- oder Kreditkarte, in Zukunft auch mit dem kontaktlosen Bezahlen mit Karte oder Handy.

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