Di., 27.06.2017

Nach Brand von Vereinsheim reift Überlegung über Vorziehen von Sportplatz-Neubau Wiederaufbau an neuem Standort?

Diese Luftaufnahme von den beiden Sportplätzen an der Masch entstand vor dem Baubeginn des Vereinsheims. Die Sportplätze möchte die Stadt gerne an die Südseite des Schulzentrums verlagern, um im Nordbereich Platz für Wohnbebauung zu gewinnen.

Diese Luftaufnahme von den beiden Sportplätzen an der Masch entstand vor dem Baubeginn des Vereinsheims. Die Sportplätze möchte die Stadt gerne an die Südseite des Schulzentrums verlagern, um im Nordbereich Platz für Wohnbebauung zu gewinnen. Foto: Fälker

Von Stefan Küppers

Halle (WB). Der Brand des im Bau befindlichen SC-Vereinsheims am 16. Juni war ein Schock – nicht nur, weil es laut Polizei Brandstiftung war. Aber vielleicht hat das Unglück auch eine positive Seite. Denn die bislang umstrittene Standortfrage könnte unter veränderten Voraussetzungen neu beantwortet werden, nunmehr eine dauerhafte Lösung für das Vereinsheim des SC Halle gefunden werden und das deutlich früher als bisher geplant.

Hinter den Kulissen führen zwei Vorgänge, die praktisch zeitgleich zusammenfallen, zu neuen Überlegungen. Das eine ist der Brand, das andere Ereignis ist der überraschende Ausgang der Landtagswahl. Die designierte Regierungskoalition von CDU und FDP hat verkündet, dass der sogenannte Kommunalsoli wieder abgeschafft werde. Diese Entscheidung, wenn sie denn mit Wirkung ab 2018 umgesetzt wird, würde Halle neue finanzielle Spielräume verschaffen.

Andere Investitionsspielräume für Halle

Wenn Halle nicht länger in den »Stärkungspakt Stadtfinanzen« einzahlen müsste, dann hätte die Stadt jährlich einen reduzierten Aufwand von 2,05 bis 2,2 Millionen Euro. In der Summe wären das bis 2021 hochgerechnet 8,5 Millionen Euro, die Halle für eigene Investitionen einplanen könnte. Und damit entstünden neue Spielräume für eine vorgezogene Verlagerung der beiden Sportplätze an der Masch (Naturrasen und Kunstrasen) auf die Freiflächen südlich des Schulzentrums.

Dieses große Areal an der Wasserwerk- und Pestalozzistraße, wo die Stadt in einem Teilbereich schon ein Flüchtlingsheim errichtet hat, wurde von der Kommune mittlerweile vollständig erworben. Die Idee sieht vor, dass auf dem etwa 4,2 Hektar großen Areal nördlich des Schulzentrums innenstadtnahe Wohnbebauung realisiert wird. Diese Absicht fand in der Politik breite Zustimmung. Nur schien die Umsetzung wegen eines gewaltigen Haushaltsloches (minus 21,7 Millionen Euro) erst in weiter Zukunft möglich. Und der SC Halle, der bereits seit vier Jahren auf eigene Räume wartete, drängte auf einen schnellen Bau.

Neues Vereinsheim an anderem Standort möglich

Damals entstand die Idee von einem »Huckpack-Bau«. Das Vereinsheim in Holzständerbauweise sollte erst zwischen den heutigen Sportplätzen aufgebaut und in ein paar Jahren in seine Einzelteile zerlegt südlich des Schulzentrums wieder aufgebaut werden. Die Idee war und ist, dass das Vereinsheim dann an das künftig neu genutzte Flüchtlingsheim angedockt werden kann, wo ausreichend Umkleideräume und auch Duschen für Sportler vorhanden wären. Umgekehrt wäre die Verlegung der Flüchtlinge derzeit kein Problem, allein am Gartnischer Weg sind zwei von drei großen Unterkünften noch nicht belegt.

Die Stadt hat dem SC Halle einen Festzuschuss von 300.000 Euro zugebilligt, weitere 150.000 Euro will der Klub durch Eigenleistungen und Kredite finanzieren. Wenn das Heim gleich an den dauerhaften Standort käme, könnte der SC Geld sparen, das durch Abbau und Umzug sowie den Bau eines neuen Fundamentes anfiele.

Umgekehrt hätte die Stadt durch den eingesparten Kommunalsoli die Mittel für den zügigen Bau zunächst einer Sportanlage, Typ Kampfbahn C, mit modernen Anlagen für die Leichtathletik. Dass die Sportanlagen am neuen Standort lärmverträglich für die Nachbarschaft wären, hat ein Schallgutachter bestätigt.

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