Do., 14.09.2017

Haller Angler äußern beim Ortstermin des Umweltausschusses in Sandforth Bedenken. Eine Echolotbefahrung soll Aufschluss über das Bodenprofil geben. Politiker sondieren am Badesee

Die Stadt sondiert am Sandforther See, ob er grundsätzlich als Badesee in Frage kommt, möglicherweise auch nur eine Bucht, wie es beim Ortstermin des Umweltausschusses hieß. Im Gespräch ist derzeit ein alter Rekultivierungsplan.       

Die Stadt sondiert am Sandforther See, ob er grundsätzlich als Badesee in Frage kommt, möglicherweise auch nur eine Bucht, wie es beim Ortstermin des Umweltausschusses hieß. Im Gespräch ist derzeit ein alter Rekultivierungsplan.        Foto: Klaudia Genuit-Thiessen

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Wechselnde Unterströmungen, steile Uferabbrüche, eiskaltes Wasser ab zwei Meter Tiefe – ob sich der Sandforther See überhaupt als Badesee für Halle nutzen lässt, bezweifeln die Hobbyangler. Ungeachtet ihrer Bedenken will die Stadt das zwölf Hektar große Gewässer demnächst grundsätzlich daraufhin untersuchen lassen, ob man dort – vielleicht nur in einer Bucht – baden könnte. Aufschluss darüber soll eine Echolotbefahrung geben.

Das sagte Eckhard Hoffmann, Abteilungsleiter im Haller Bauamt, bei einem Ortstermin mit Mitgliedern des Umweltausschusses. »Wie sehen die Böschungen überhaupt aus? Besteht die Gefahr von Abbrüchen?« Die Untersuchung solle erst einmal das Bodenprofil zeigen – als Grundlage für eine grundsätzliche Diskussion darüber, ob sich der Sandforther See generell fürs Baden eignet Gespräche mit der Eigentümergemeinschaft und jegliche Planung seien schon ein zweiter Schritt. »Wir sehen uns nur die Örtlichkeit an«, rechtfertigte Hoffmann die Ortsbesichtigung auch im Gespräch mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des 1. Haller Sportfischervereins, Rainer Kuhn. »Das hört sich alles so an, als ob über unsere Köpfe hinweg entschieden wird«, hatte Rainer Kuhn zuvor befürchtet.

Der Vorstand des immerhin 500 Mitglieder starken Anglervereins, der seit 1980 schon dort die Ruten auswirft und kürzlich erst seinen Pachtvertrag um zwölf Jahre verlängert hat, hat derzeit ohnehin Sorgen. Auf Anordnung des Kreises Gütersloh muss das Vereinsheim am See verkleinert und um 75 Meter versetzt werden. Rainer Kuhn: »Aus der Hütte muss wieder ein Geräteschuppen werden«. Damit verliert der Verein nicht nur ein Schutzdach im Fall eines Wolkenbruches, sondern auch Theke, Toilette und die Möglichkeit, Kaffee zu kochen.

Zu den Nutzern des Sees gehören übrigens auch die DLRG Gütersloh, die am Ufer an einer Plattform trainiert, sowie die Mennonitengemeinde. Immer wieder finden an einer flachen Stelle Taufen statt. »Aber drei Meter vom Ufer entfernt ist der See schon acht Meter tief, weiter innen bis zu 20 Meter«, warnte Rainer Kuhn.

Für den Umweltausschuss geht es nicht nur um die potentielle Nutzung als Badesee, sondern auch um die Rekultivierung des Gelände. Ende der 60er Jahre hatte man alle Plänen für eine zukünftige Freizeitgestaltung aus dem Rennen genommen, erinnerte SPD-Fraktionschef Wolfgang Bölling. Auch der Plan von 1992 ist längst überholt. Dieser sieht noch drei Parkplätze vor, eine Aussichtsplattform dort, wo zuletzt noch per Schwimmbagger Sand abgebaut wurde, und einen Wanderweg. Wenn die Stadt den See der Natur und den Sportfischern überlassen will, müssten nur einer der Parkplätze und der Weg aufgehübscht werden. Zuerst einmal will die Verwaltung jetzt die Frage des Betretungsrechtes klären.

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