Sa., 07.10.2017

CDU-Fraktion kritisiert Konzept für den Umbau der Alleestraße zur Tempo-30-Zone Alleestraßen-Planung »abräumen und einstampfen«

Gegen die Pläne: (von links) Antje Siekendiek (Hotel Hollmann), Miriam Schieb, Thomas Tappe, Detlev Kroos, Reinhard Stricker, Hendrik Schaefer, Axel Reimers und Dieter Baars.  

Gegen die Pläne: (von links) Antje Siekendiek (Hotel Hollmann), Miriam Schieb, Thomas Tappe, Detlev Kroos, Reinhard Stricker, Hendrik Schaefer, Axel Reimers und Dieter Baars.  

Von Klaudia Genuit-Thiessen

Halle (WB). Einen großen Umbau der Alleestraße zur Tempo-30-Zone lehnt die CDU-Fraktion im Haller Stadtrat total ab. »So etwas kann man nicht gegen den Widerstand der Bevölkerung durchsetzen. Wir würden deshalb sogar ein Bürgerbegehren dagegen unterstützen«, bezog Fraktionschef Hendrik Schaefer gestern eindeutig Position.

»Wir appellieren an die Vernunft von Rot/Grün, dass sie einlenken«, betonte er bei einem Pressegespräch im Hotel Hollmann. Statt allein für den Umbau der Alleestraße 2,8 Millionen Euro auszugeben, eine Summe, die die Stadt ohnehin über Kredite finanzieren müsse, sei es besser, die Vorplanung aus dem Jahr 2012 noch einmal zu prüfen und »mit gewissen kleinen Korrekturen« auf den Weg zu bringen. Zur Erinnerung: Bei dieser Planung sollten an den kritischen Stellen nur die Radwege näher an die Fahrbahn gelegt werden, um mögliche Unfallschwerpunkte zu entschärfen und Radfahrer besser sichtbar zu machen. Die anfallenden Kosten in Höhe von 510.000 Euro wären noch bezuschusst worden.

Mit Planung warten bis Fertigstellung der A33

Generell hält die CDU es für besser, jetzt noch abzuwarten, wie sich das Verkehrsaufkommen entwickelt, wenn die A 33 in zwei Jahren frei gegeben wird, statt »eine ideologisch geprägte Debatte um Tempo 30« zu führen. Thomas Tappe: »Wir haben hier doch keine abgängige Buckelpiste«.

Kritisch sehen die Haller Politiker auch die nicht öffentlichen Sitzungen des Arbeitskreises Nahmobilität. Schaefer: »Erst mit der Veröffentlichung der Vorlage ist jetzt nach über einjähriger Beratung die Katze aus dem Sack gelassen worden.« In der Bevölkerung gehe die Akzeptanz der Pläne »spürbar gegen Null« und in so einer wichtigen Frage etwas gegen die Bürger auszubaldowern trage keine Früchte. Die Planungen müssten jedoch aus vielen Gründen »abgeräumt und eingestampft« werden.

Schutzraum für Schulkinder geht verloren

Einige Argumente: Beispielsweise durch den Verzicht auf zwei Bushaltebuchten gehe ein Schutzraum für ein- und aussteigende Schulkinder verloren. Die Ampel am Krankenhaus wegzunehmen gefährde auch ältere Leute. Einzelhandel und Gastronomie – ohnehin durch die Online-Konkurrenz gefährdet – würden durch das Streichen von Parkplätzen erheblich benachteiligt. Denn Verkehrsberuhigung heiße auch Umsatzberuhigung. Auch die drei Arztpraxen an der Alleestraße würden die negativen Folgen spüren. Schaefer: »Wir haben nichts gegen Tempo 30 – aber nicht auf allen Straßen.«

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