Di., 05.09.2017

Serie: Aus OWL neu in den Bundestag? – Folge 3: AfD-Kandidat aus Harsewinkel Udo Hemmelgarn: »Wir werden das Korrektiv sein«

Fühlt sich wohl in Harsewinkels Naturschutzgebiet Boomberge: AfD-Bundestagskandidat Udo Hemmelgarn.

Fühlt sich wohl in Harsewinkels Naturschutzgebiet Boomberge: AfD-Bundestagskandidat Udo Hemmelgarn. Foto: Oliver Schwabe

Harsewinkel(WB/as). Wenn Udo Hemmelgarn durch Harsewinkel fährt, grüßen ihn die Leute oft und freundlich. »Man hat es als AfD-Politiker nicht leicht, wenn man nicht bekannt ist.«

Der 58-Jährige ist bekannt, zumindest in seiner Heimatstadt. »Wir sind nicht gewünscht, aber wir werden gebraucht. Wir werden das Korrektiv sein«, sagt Hemmelgarn, der mit einiger Sicherheit in den nächsten Bundestag einziehen wird. Nach seiner Rechnung reichen 5,5 Prozent, damit sein NRW-Listenplatz 8 zieht. Derzeit liegt die AfD stabil zwischen acht und zehn Prozent.

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Wenn etwas als ›alternativlos‹ bezeichnet wird, muss man aktiv werden

Udo Hemmelgarn

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Zur AfD kam er, als zum ersten Mal der Euro gerettet werden musste. »Wenn etwas als ›alternativlos‹ bezeichnet wird, muss man aktiv werden«, meint Hemmelgarn und sagt von sich: »Ich bin völliger Realist.« 

In der Tat spricht er oft von »Realpolitik« und nennt einen, der dafür stand: »Ich war glühender Anhänger von Helmut Schmidt.« Als die Zeit dieses Kanzlers vorbei war, wurde Hemmelgarn vom SPD-Wähler zum Nichtwähler. Heute ist der Vater einer Tochter und Großvater zweier Enkel Bundestagskandidat der AfD. Von den ersten vier Jahren im Parlament erwartet er zwei Dinge: »Wir werden stärker wahrgenommen und dringen mehr durch, und wir werden als Partei besser.« Und das scheint beim Blick in die 13 Landtage, in denen es AfD-Fraktionen gibt, dringend nötig zu sein.

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Ich war glühender Anhänger von Helmut Schmidt.

Udo Hemelgarn

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Dass sich die Rechtspopulisten nach der Bundestagswahl und dem Parteitag im Herbst ein weiteres Mal spalten könnten, glaubt Udo Hemmelgarn nicht. »Einen Rechtsruck befürchte ich nicht, aber für nationale und patriotische Stimmen muss bei uns Platz sein.«

Wenn es für den Einzug ins Parlament reicht, möchte der Mann aus der Baubranche Mitglied im »Ausschuss für Bauen und Umwelt« werden. »Die Energieeinsparverordnung ist total überzogen und hemmt den Wohnungsbau. Wir brauchen hunderttausende bezahlbare Wohnungen«, sagt der AfD-Kandidat. Und damit landet man automatisch bei dem Thema, das die Partei vor ziemlich genau zwei Jahren beflügelt hat: die Flüchtlingskrise.

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Wir können Afrikas Probleme nicht bei uns lösen.

Udo Hemmelgarn

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»Ich bin dem einzelnen Menschen nicht böse. Aber wir müssen unsere Gesetze einhalten. Und dass wir rund um unsere Weihnachtsmärkte Poller aufstellen, das ist doch krank«, kritisiert Hemmelgarn die Politik der Großen Koalition und wird deutlich: »Das Asylrecht ist ein zeitlich befristetes Bleiberecht und kein Einwanderungsrecht. Ich möchte keine Wirtschaftsmigranten aus Afrika. Wir können Afrikas Probleme nicht bei uns lösen, wir müssen dort den Menschen helfen.«

Bisher erschienen

Teil 1:  Christian Sauter (FDP, Extertal)

Teil 2:  Kerstin Vieregge (CDU, Exteral)

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