Do., 05.11.2015

Brüder aus Rietberg vor Jahren schon einmal ausgeraubt – Mordkommission sucht Zeugen »Hilfe, wir wurden überfallen!«

Polizisten suchen vor dem  Haus der Brüder Heinz (64) und Werner S. (63) nach Spuren.

Polizisten suchen vor dem Haus der Brüder Heinz (64) und Werner S. (63) nach Spuren. Foto: Wolfgang Wotke

Von Christian Althoff

Rietberg (WB). War es Raubmord? Maskierte Männer haben in der Nacht zum Mittwoch in Rietberg (Kreis Gütersloh) zwei Brüder in ihrem  landwirtschaftlichen Anwesen überfallen. Einer wurde umgebracht, einer schwer verletzt.

Es war Dienstagabend gegen 23.55 Uhr, als es an der Haustür der Familie K. in Rietberg-Westerwiehe klingelte. Ulrike K.: »Unser Nachbar stand vor der Tür. Er rief: ›Hilfe, wir sind  überfallen worden!‹ Sein  Gesicht war voll Blut. Er war so schwer verletzt, dass wir ihn kaum verstehen konnten.« Werner S. (63) hatte sich schwerverletzt in seinen Ford Granada geschleppt und war damit die 400 Meter bis zu den Nachbarn gefahren.

Haben die Täter eine Waffe oder ihre Masken weggeworfen? Polizisten  suchen in der Umgebung des abseits gelegenen Hofs. Foto: Wolfgang Wotke

Ulrike K. und ihr Mann alarmierten Notarzt und Polizei. Während  sich ein Arzt wenig später um den verletzten  Werner S. kümmerte und ihn ins Elisabeth-Hospital nach Gütersloh bringen ließ, entdeckten Streifenbeamte  im Nachbarhaus  dessen Bruder Heinz S. (64) – er war tot, die massive Gewaltanwendung soll auf den ersten Blick erkennbar gewesen sein. Zu Gerüchten, nach denen das Opfer gefesselt und erschlagen worden sein soll, äußerte sich die Mordkommission gestern nicht.  Rechtsmediziner der Uni Münster besahen sich  den Tatort, bevor sie das Opfer am Nachmittag obduzierten. Das Ergebnis wird Staatsanwalt Christoph Mackel möglicherweise heute bekanntgeben.

Das Verbrechen erschüttert die Menschen im Dorf Westerwiehe

Das Verbrechen erschüttert die Menschen im Dorf Westerwiehe. Wohl jeder hier kennt die beiden Brüder – zwei Junggesellen, die an der Lipplinger Straße 66 in ihrem Elternhaus aus rotem Klinker lebten. »Am vergangenen Wochenende haben wir noch zusammen das Oktoberfest gefeiert«, erzählt  ein Nachbar. Die Brüder seien bodenständige, freundliche Menschen. »Wenn ich Hilfe brauchte, musste ich nur rübergehen.«

Der Nachbar  erzählt, Heinz S. habe die Landwirtschaft aufgegeben und seine Äcker verpachtet. Er soll sich um die Buchhaltung seines Bruders Werner gekümmert haben, der auf dem Hof  eine gutgehende Autowerkstatt betreibt. Eine Werkstatt, die auch  Fremde auf den abseits gelegenen Hof führte. Plante einer von ihnen den Überfall? Das WESTFALEN-BLATT  erfuhr: Vor Jahren wurden die Brüder, die größere Beträge im Haus gehabt haben sollen, schon einmal ausgeraubt. Damals wurde der Täter gefasst, er soll noch immer im Gefängnis sitzen.

Nach dem Notruf löste die Polizei in der Nacht eine Ringfahndung aus. Dabei werden in einem großen Kreis rund um den Tatort die  Kennzeichen fahrender Autos notiert, um diese Daten später auszuwerten. Außerdem sucht die Kripo Zeugen. Polizeisprecherin Kathryn Landwehrmeyer:  »Vielleicht ist ja jemandem in der Nacht zum Mittwoch  an der Lipplinger Straße ein geparktes Auto oder etwas Verdächtiges aufgefallen. Wir sind für jeden Hinweis dankbar.«

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