Sa., 02.07.2016

Tödlicher Überfall auf Brüderpaar: Jagd nach drittem Täter geht weiter Mord in Westerwiehe: Polnische Polizei leistet Amtshilfe

Auf diesem einsamen Bauernhof in Rietberg-Westerwiehe ist der brutale Überfall auf zwei Brüder geschehen.

Auf diesem einsamen Bauernhof in Rietberg-Westerwiehe ist der brutale Überfall auf zwei Brüder geschehen. Foto: Wolfgang Wotke

Von Wolfgang Wotke

Rietberg-Westerwiehe (WB). Der dritte Täter, der an einem brutalen und tödlichen Überfall auf ein Brüderpaar in Rietberg-Westerwiehe beteiligt gewesen sein soll, ist weiter auf der Flucht. Die Fahndung läuft inzwischen europaweit. Der 45-Jährige wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Der Vorwurf: Mord.

Sämtliche Polizeidienststellen seien informiert worden. Schwerpunkt der Fahndung sei nicht mehr nur der hiesige Raum, sondern auch das Nachbarland Polen, da der Flüchtige dort früher gelebt habe, sagte Staatsanwalt Christoph Mackel am Freitag dieser Zeitung.

»Die Polizei in Polen hat Amtshilfe geleistet und schon vor einigen Wochen in seinem Wohnort nach ihm gesucht. Ferner wurden seine Eltern ebenso befragt wie auch seine Freunde und Bekannte. Leider ohne Erfolg.« Der Mann, so Mackel, sei untergetaucht. Mögliche Anlaufstellen würden dort im Auge behalten.

Bei einem internationalen Haftbefehl handelt es sich eigentlich nicht um einen »eigenen Haftbefehl«, sondern um einen »Untersuchungs-Vollstreckungs-Haftbefehl«, der in einer bestimmten Form ausgestellt ist und einen Auslieferungsantrag für den Fall der Festnahme im Ausland beinhaltet.

Die Ermittler in diesem Mordfall vermuten, dass sich der 45-Jährige bereits kurz nach der Tat in sein Heimatland Polen abgesetzt hat. Die beiden anderen Mittäter, Robert D. (46) und Artur T. (49), waren von Elitepolizisten (SEK) im Januar in Gütersloh festgenommen worden.

Prozessauftakt am 26. Juli

Gegen die Inhaftierten beginnt am Dienstag, 26. Juli, der Prozess wegen Mordes vor dem Bielefelder Landgericht. Die 10. Strafkammer hat insgesamt 18 Prozesstage bis in den Dezember angesetzt.

Vorsitzende Richterin ist Jutta Albert, die allerdings Ende September in den Ruhestand geht und deshalb womöglich gar kein Urteil mehr sprechen kann. Landgerichtssprecher Guiskard Eisenberg: »Von Beginn an wird ihr ein Ergänzungsrichter zur Seite gestellt. Den Vorsitz übernimmt dann allerdings Dr. Marc Brüning.«

Der Prozessauftakt wird ohne den in diesem Fall leitenden Staatsanwalt Christoph Mackel beginnen, der sich dann noch im Urlaub befindet. Die Anklageschrift werde von Staatsanwalt Udo Vennewald verlesen.

Die Staatsanwaltschaft Bielefeld wirft den Angeklagten vor, im November 2015 auf einem abgelegenen Bauernhof zwei Brüder überfallen und grausam gequält zu haben, um Geld zu erpressen. Dabei ist einer der Brüder (64) an seinen Verletzungen gestorben.

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