Fr., 23.09.2016

Raubmord in Westerwiehe: Opfer (64) schildert schockierende Details Sichtschutz für den Zeugen

In diesem Haus in Rietberg-Westerwiehe sind die beiden Brüder am 3. November 2015 überfallen worden.

In diesem Haus in Rietberg-Westerwiehe sind die beiden Brüder am 3. November 2015 überfallen worden. Foto: Wolfgang Wotke

Gütersloh/Bielefeld (WB). Erst als vier Sichtschutzwände vor der Anklagebank aufgebaut sind, kann der wichtigste Zeuge im Rietberger Raubmordprozess sprechen: Werner S. (heute 64) schildert dann mit schockierenden Details den brutalen Überfall auf ihn und seinen Bruder Heinz S. (64), der so schwer misshandelt wird, dass er stirbt.

Es fällt Werner S. sichtlich schwer, über die Geschehnisse an jenem Abend des 3. November zu reden. Dieser Tag hat nicht nur sein Leben grundlegend verändert, sondern hat auch tiefe, körperliche und seelische Spuren bei ihm hinterlassen.

»Maskierte Gestalten drängten mich in den Flur«

Nur zögernd, seinen Blick stets nach vorn gerichtet, beginnt der 64-Jährige im Saal eins des Landgerichtes zu berichten: »Ich bin gegen 22 Uhr aus meiner Werkstatt gekommen, um in unser nahegelegenes Wohnhaus zu gehen. Ich klingelte, mein Bruder öffnete die Haustür. Plötzlich drängten mich zwei maskierte Gestalten in den Flur, einer schlug sofort immer wieder auf mich ein.«

Auffallend sei für ihn gewesen, dass einer der Täter mit mehreren Kabelbindern an beiden Handgelenken ins Haus gestürmt sei. Dann habe der Maskierte mit einem Schirm und mit der Faust erneut auf ihn eingedroschen, schließlich sogar ein Damenfahrrad, das im Hausflur gestanden habe, auf ihn geworfen.

Zur Identität der Angreifer kann er keine Aussage machen. Er habe einem Täter während eines Gerangels kurz die Maske nach oben geschoben: »Ich kannte ihn aber nicht. Die wollten Geld. Meine Armbanduhr und meine Geldbörse mit rund 700 Euro sind mir abgenommen worden.«

Sein Bruder atmete nicht mehr

Mindestens zwei Stunden lang sei er bewusstlos auf dem Boden gelegen, erklärt Werner S., der erst kurz vor Mittagnacht aufgewacht sei, sich die Kabelbinder von seinen Handgelenken streifen konnte. »Ich bin dann in die Küche, um meinen Autoschlüssel zu holen. Ich wollte so schnell als möglich weg von diesem Ort.«

Zuvor sei er noch ins Wohnzimmer gegangen, um nach seinem Bruder zu sehen: »Der lag auf den Knien, mit dem Kopf nach unten, seine Hände waren gefesselt. Es war ein grausamer Anblick. Er atmete nicht mehr.« Dann sei er mit seinem Auto zu Nachbarn gefahren, die hätten sich um ihn gekümmert und die Polizei sowie den Rettungsdienst verständigt.

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie am Samstag, 24. September, im WESTFALEN-BLATT, Ausgabe Gütersloh.

 

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