Di., 18.10.2016

Bronzeskulptur des Künstlers Dr. Wilfried Koch war Ende Juli zerstört worden Der Flötenspieler ist zurück

Der Flötenspieler, eine Bronzeskulptur des Künstlers Dr. Wilfried Koch, die Ende Juli sinnloser Zerstörungswut zum Opfer gefallen war, hat nach kompletter Überarbeitung wieder seinen angestammten Platz im Rietberger Klostergarten gefunden.

Der Flötenspieler, eine Bronzeskulptur des Künstlers Dr. Wilfried Koch, die Ende Juli sinnloser Zerstörungswut zum Opfer gefallen war, hat nach kompletter Überarbeitung wieder seinen angestammten Platz im Rietberger Klostergarten gefunden. Foto: Petra Blöß

Von Stefan Lind

Rietberg (WB). Der Flötenspieler ist wieder da. Die Bronzeskulptur des Künstlers Dr. Wilfried Koch, die Ende Juli sinnloser Zerstörungswut Unbekannter zum Opfer gefallen ist, hat komplett überarbeitet wieder ihren angestammten Platz im Rietberger Klostergarten eingenommen.

Die Täter, die bis heute nicht gefasst worden sind, hatten, so die Rekonstruktion der Polizei, den Kopf des Flötenspielers brutal nach vorn gedrückt, so dass die Figur im Halsbereich durchbrach. Bei der Aktion knickte die Skulptur im unteren Bereich um, etwa 20 Zentimeter über einem Bein. Die Figur war also in mehrere Teile zerbrochen, die abtransportiert werden mussten. Sie kamen zur Aufarbeitung in die Glocken- und Kunstgussmanufaktur Petit und Gebr. Edelbrock im westfälischen Gescher, »eine der letzten vier noch tätigen Gießereien in Deutschland«, wie Thorsten Austermann, Leiter des Museums Wilfried Koch, im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erläutert. Dort seien auch schon zahlreiche Skulpturen des Rietberger Künstlers angefertigt worden, »wir haben es also mit absoluten Fachleuten zu tun.«

Weiteres identisches Exemplar steht in Neuenkirchen

Im Fall des Flötenspielers kam erleichternd hinzu, dass es nicht nur die Original-Gussformen gibt, ein weiteres identisches Exemplar steht an der Sparkasse in Neuenkirchen. Austermann: »So war es einfacher, die demolierte Skulptur wieder exakt so herzurichten, wie der Künstler sie vor Augen hatte.« Die brutale Attacke hatte nicht nur dazu geführt, dass Teile der Figur abgebrochen wurden, sie hatte sich auch in sich komplett verzogen: »Es war Dr. Wilfried Koch sehr wichtig, dass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wurde.« Jetzt sehe der Flötenspieler wieder aus wie frisch gegossen, freut sich der Museumsleiter. Die Kosten der Reparatur, die sich im vierstelligen Bereich bewegen, übernimmt die Kulturstiftung der Sparkasse. Und eine weitere gute Nachricht kann Austermann auch vermelden: »In den vergangenen Monaten hat sich die Situation beruhigt. Es hat keinen weiteren Vandalismus im Klostergarten gegeben.«

Der 1929 in Duisburg geborene Dr. Wilfried Koch genießt international einen hervorragenden Ruf in vielen Bereichen des künstlerischen Schaffens. Insbesondere seine Bücher »Baustilkunde« und »Kleine Stilkunde der Baukunst« erschienen bisher in fast 80 deutschen Auflagen und 21 Übersetzungen. Geschätzte Gesamtauflage weltweit: 1,5 Millionen Exemplare. 2007 übergab Koch der Stadt Rietberg sein Lebenswerk, das sowohl im Klostergarten wie im »Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch« zu finden ist. Das Haus beherbergt das malerische und zeichnerische Werk sowie acht Bronzeskulpturen des Künstlers, ergänzt um Unterlagen zu seiner Person und zu wissenschaftlichen Arbeiten.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4375661?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2730031%2F