Sa., 16.09.2017

Gutachter empfiehlt den Bau eines weiteren kommunalen Parkhauses am ZOB Outlet Center: 1000 Autos mehr pro Tag

Insgesamt stehen derzeit am ZOB bis zu 160 Parkplätze zur Verfügung. Viel zu wenig, um auch ohne Outlet-Center zu Spitzenzeiten den Bedarf zu decken. Der Gutachter empfiehlt den Bau eines kommunalen Parkhauses mit bis zu 440 Plätzen.

Insgesamt stehen derzeit am ZOB bis zu 160 Parkplätze zur Verfügung. Viel zu wenig, um auch ohne Outlet-Center zu Spitzenzeiten den Bedarf zu decken. Der Gutachter empfiehlt den Bau eines kommunalen Parkhauses mit bis zu 440 Plätzen. Foto: Petra Blöß

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Parkraum ist knapp in der Altstadt  – zumindest an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten. Und falls das Outlet-Center (OC) kommt, müssen täglich mindestens 1000 Autos zusätzlich untergebracht werden, denn die Anbindung der Innenstadt an den ÖPNV und insbesondere an das überörtliche Schienennetz ist bekanntlich nicht die bequemste.

So werden potenzielle Kunden des OC mit dem eigenen Wagen anreisen – und der muss irgendwo hin. Wo genau, dazu hatte im Rahmen einer von Bürgermeister Andreas Sunder (FWG) initiierten Informationsveranstaltung im Ratssaal ein Experte von Isaplan konkrete Vorstellungen. Daniel Ebbers, Mitarbeiter im Opladener Gutachterbüro, kennt die Aufgaben- und Problemstellung seit gut anderthalb Jahren. Auf Basis der seinerzeit ermittelten gutachterlichen Werte stellte er am Donnerstagabend annähernd 100 Besuchern die neuen Ideen vor.

Und die besagen: Kommt das OC, reichen die beiden von den Investoren am Nord- und am Südtor geplanten Parkhäuser/Tiefgaragen nicht aus. Auch ein Parkdeck am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) muss entstehen, um allen Fahrzeugen ausreichend Raum zu geben und gleichzeitig die Besucher der Outlets nicht unkontrolliert in die Altstadt und die umliegenden Siedlungen zu lassen.

»Hier heute schon für den Themenbereich Parken und Straßenverkehr für alles eine Lösung zu finden, das ist nicht unser Anspruch in dieser Veranstaltung«, hatte Bürgermeister Sunder zu Beginn erklärt. Es gehe erst einmal um eine frühzeitige Weitergabe an die Öffentlichkeit von »quasi druckfrischen Zahlen«.

Und die legte Ebbers vor. Mehr als 12 000 Fahrzeuge täglich an der Bahnhofstraße, 9440 am Torfweg, das sei ein Ist-Zustand, den die Anlieger sicher anders bewerten würden als die Verkehrsgutachter. »Das ist eine verhältnismäßig moderate Belastung«, formulierte er. Zu beachten seien für kommende Maßnahmen nicht allein die potenziellen Zuströme wegen des Outlet Centers, sondern auch die veränderte kommende Situation in Sachen Umzug des Aldi-Marktes an die Westerwieher Straße und die dort gegenüber geplante Erweiterung um Ärztehaus und Fachmärkte.

In die Karten schauen ließ sich Ebbers beim Zahlenwerk für die Outlet-Center-Schwerpunkte. Am Nordtor entstehen 3250 Quadratmeter Verkaufsfläche und 140 Parkplätze, am Südtor sind es 4400 Quadratmeter und 325 Parkplätze. Der Rathausstraße attestierte er noch einmal rund 1700 Quadratmeter Ladenfläche. Damit liege man bei 9350 Quadratmetern, einer Zahl, die so aber nicht in Stein gemeißelt sei. Je 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche mehr müsse man pro Tag mit 120 Fahrzeugen zusätzlich rechnen. Bleibt es bei der jetzt angepeilten Größe, würden montags bis freitags statistisch 1025 Autos zusätzlich in die Stadt kommen, samstags 1475 und an den verkaufsoffenen Sonntagen 1775.

Hinzu gesellten sich die Fahrzeuge von Mitarbeitern und die des Zulieferverkehrs. Ebbers: »Um hier alle vernünftig zu lenken, ist ein dynamisches Parkleitsystem ein absolutes Muss.« Dieses zeige die Restplätze in den Parkhäusern an. Sollte eines belegt sein, müssten die OC-Kunden aus dem Norden wie aus dem Süden automatisch zum ZOB geführt werden. Dort soll auch eine Auffangmöglichkeit für die 180 Innenstadtparkplätze in Sachen Dauerparken geschaffen werden, die Buchten an der Rathausstraße und in den umliegenden Innenstadtgassen sollen nur Kurzzeitparken ermöglichen.

Das Straßensystem könne für ein OC bleiben, betonte Ebbers und versicherte, dass Outlet-Kunden für einen geschäftsnahen Parkplatz gerne einige Euro zahlen würden. Im ZOB-Parkdeck würde Bürgermeister Andreas Sunder das Abstellen der Fahrzeuge von Rietbergern so kostengünstig wie nur eben möglich machen, am liebsten sogar kostenlos. Hier müsse sich auch die Politik Gedanken machen, wie man ein solches Parkhaus bewirtschaften könne, »um unsere Bürger nicht zu sehr zu belasten«. Um die Si­tuation am neben dem ZOB befindlichen Schulzentrum zu entlasten, sollen rund 100 Lehrer- und Schüler-Parkplätze an der früheren Martinschule und dort auf dem Schul- und Bienengarten angelegt werden.

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