Sa., 14.10.2017

Meinung der Bürger ist gefragt – Fragen im Rietberger Rat City-Outlet-Pläne liegen bald öffentlich aus

Die geplante Outlet-Bebauung am Rietberger Südtor, hier eine Computergrafik, sorgt weiterhin in Rietberg für Diskussionen.

Die geplante Outlet-Bebauung am Rietberger Südtor, hier eine Computergrafik, sorgt weiterhin in Rietberg für Diskussionen.

Von Petra Blöß

Rietberg (WB). Das Thema City-Outlet treibt weiterhin Bürger, Verwaltung und Politik um. Das zeigte sich am Donnerstagabend gleich mehrfach während der Sitzung des Rietberger Rates.

Die Fragestunde für Bürger im Ratssaal des Progymnasiums ist normalerweise gekennzeichnet durch Desinteresse der Bevölkerung. Diesmal aber war das ein wenig anders.

Erst las Monika Diekneite eine ganze Reihe von Fragen vor, die sich insbesondere an Bürgermeister Andreas Sunder richteten und sich unter verschiedenen Aspekten mit dem Thema Errichtung eines City-Outlets befassten. Eine davon: »Ist dem Rat bewusst, dass ein für die Bürger trojanisches Pferd in Form von COC und Lind-Erweiterung geschaffen wird?«

Antworten auf den gesamten Komplex gab es nicht sofort, Sunder versprach, alles umfassend schriftlich zu beantworten und kommentierte: »Es ist schön, dass Sie die Fragen im öffentlichen Raum platziert haben. Wir nehmen die Sorgen auf, können aber nicht solch einen umfangreichen Fragenkatalog sofort umfassend beantworten.«

Augenmerk auf Preiskalkulation

In eine ganz andere Richtung blickte Günter Höppner, Vorsitzender des Vereins Haus und Grund. Sein Augenmerk richtete sich auf die Preiskalkulationen für eine mögliche Sanierung statt eines Verkaufes der Südtorschule mit dem angeschlossenen Jugendhaus.

Auf 1,38 Millionen Euro werde der Renovierungs- und Modernisierungspreis geschätzt, ein Neubau eines Jugendhauses auf der Freibadwiese stünde dem mit Ausgaben von 1,2 Millionen Euro gegenüber.

»Aber«, so Höppner, »gibt es hier nicht auch wie beim historischen Rathaus oder den Räumlichkeiten in der Alten Sparkasse, die für das Bürgerbüro hergerichtet worden sind, Zuschüsse des Landes? Eine 70-prozentige Förderung mit Städtebaumitteln würde den Kostenbedarf einer Südtorschulen-Sanierung aus dem Kommunalsäckel auf rund 400 000 Euro reduzieren.«

Verwaltung räumt Versäumnis ein

Sunder musste daraufhin einräumen, dass die Verwaltung gar nicht erst geprüft habe, ob solche Zuschussmittel fließen würden. Die Südtorschule soll, wie mehrfach berichtet, zu Verkaufsräumen für das City-Outlet umgewandelt werden.

Was den gesamten Bereich dort angeht, können die Bürger bald Bleistifte wetzen – in Sachen Südtorflächenbebauung stehen die Planauslegungen an. In diesem Rahmen dürfen Ideen, Anregungen und Bedenken ganz offiziell im Rathaus eingereicht werden.

Änderung des Nutzungsplans beschlossen

Am Donnerstag verabschiedete der Stadtrat einstimmig  das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Um das City-Outlet realisieren zu können, müssen die Bereiche des Jugendhauses Südtorschule, des jetzigen Parkplatzes, des Schnäppchenmarktes und der nebenliegenden Grundstücke zur Heinrich-Kuper-Straße hin als sogenannte Sonderbauflächen »großflächiger Einzelhandel und Parkhaus« ausgewiesen werden. Erst wenn das festgeschrieben ist, kann ein Ausbau für das Outlet erfolgen.

Mit dem Ratsbeschluss zum Start des Änderungsverfahrens geht das Ganze in die sogenannte frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung, in deren Rahmen Behörden wie auch Bürger Eingaben machen können. Der genaue Auslegungszeitraum der Pläne und damit jener, während dem Anregungen und Co. angenommen werden, wird noch bekannt gegeben.

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