Mo., 24.08.2015

Premiere des Musicals Zeitumkehrung in gut besuchter Aula In einer fantastischen Welt

Jan Gräfe (Mitte) verkörpert den Racheengel Abaddon, der die Menschheit zerstören will. Im Musical Zeitumkehrung von Lena Griffiths wird er als Kind in die königliche  Familie aufgenommen, dann aber von Freundin und Kronprinzessin Anna bitter enttäuscht.

Jan Gräfe (Mitte) verkörpert den Racheengel Abaddon, der die Menschheit zerstören will. Im Musical Zeitumkehrung von Lena Griffiths wird er als Kind in die königliche Familie aufgenommen, dann aber von Freundin und Kronprinzessin Anna bitter enttäuscht. Foto: Besim Mazhiqi

Von Annika Werner

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Das Musical »Zeitumkehrung – Changing the clock« feierte am Freitag in der gut besuchten Aula des Gymnasiums Premiere. Es ist das dritte Musical, das von der 22-jährigen Lehramtsstudentin Lena Griffiths selbst geschrieben und produziert wurde.

Ein Ticken durchdringt die Dunkelheit. Auf der Bühne ist eine riesige Uhr zu sehen, die von nun an über dem dramatischen Geschehen stehen wird. Manfred F. Robrecht schreitet als Uhrmacher über die Bühne, und wenn er beginnt, sein Gedicht aufzusagen, wird es still im Publikum. Das Stück beginnt.

Immer wieder gibt es Szenenapplaus, mit dem die Zuschauer in der voll besetzten Aula die Schauspieler und Sänger feiern. Die wissen mit anspruchsvollen Liedern, kreativen Kostümen und ganz viel Herzblut zu überzeugen. Selbst die jüngsten Schauspieler glänzen textsicher und zaubern dem Publikum ein Lächeln ins Gesicht.

»Die Gruppe war super«, erzählt Lena Griffiths, die auch selber mitgespielt hat. »Alle haben sich so gut weiter entwickelt, und besonders die Kinder sind über sich hinausgewachsen.« Die verkörpern meist jüngere Versionen der Hauptdarsteller. Der Titel »Zeitumkehrung« wird wörtlich genommen, indem der Uhrmacher nach und nach die Uhr zurück dreht und so einen Wechsel zwischen den Zeitebenen schafft.

Als Kinder begegneten die Prinzessinnen Anna (Lena E. J. Griffiths/ Franka Fockel) und Cornelia von Marienstein (Mareen Schubert/Leonie Brechmann) dem einsamen Jungen Abaddon (Jan H. Gräfe/René M. Griffiths), der über fantastische Kräfte verfügt. Gleichzeitig entdeckt Anna, dass ihr Vater noch eine weitere Tochter (Kim V. Griffiths) hat.

Nach dem Tod des Vaters wird die Fürstenfamilie mit der Frage nach Schuld, Herrschaft und Verdrängung konfrontiert. Durch das Auftauchen der Halbschwester und dem Tod der Mutter spitzen sich die Ereignisse zu, bis am Ende sogar die Erfüllung der Johannes- Offenbarung durch den nun erwachsenen Racheengel Abaddon bevorsteht.

Prinzessin Cornelia (Mareen Schubert) kniet trauernd über ihrer Mutter Fürstin Wilhelmina (Lena Köppen), die tot zusammengebrochen ist. Foto: Besim Mazhiqi

Das Bühnenbild erzeugt besonders dann Gänsehaut, wenn Gesang, Choreographie und Licht im Einklang sind. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Jan Gräfe als A­baddon durch die regungslosen Schauspieler schreitet, wenn die maskierten Tänzer auf dem Ball die Halbschwester Pauline Febel verbannen oder wenn der junge Abaddon in einem tanzenden Wald weiteren Fabelwesen begegnet.

Yannah Bis mimte die kontrollsüchtige Großherzogin von Sordes so herrlich böse, dass sie etwas Kälte auf die Bühne brachte. Ganz anders dagegen ist sie später, wenn sie freundlich erklärt, was für eine Herausforderung es sei, die Böse zu spielen. »Es macht aber auf jeden Fall Spaß.« Den hatte nicht nur sie, und so plant Lena Griffiths bereits das nächste Musical. Anstatt Eintritt wurden Spenden für das Projekt »Street Med« gesammelt.

Das Stück lässt die begeisternden Zuschauer mit der Sicherheit zurück, dass am Ende Ehrlichkeit, Liebe und Offenheit für andere über alles siegen werden.

Fulminantes Ende: Auch nach knapp drei Stunden auf der Bühne ist dem Musical-Team keine Müdigkeit anzusehen. Im Gegenteil: Am Ende laufen alle noch mal zu Höchstform auf. Foto: Besim Mazhiqi

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