Fr., 13.01.2017

Lehrer bereiten sich auf Anti-Mobbing-Projekttag vor Besser moderieren

Annette Bockhorst von der Westfälischen Provinzial-Versicherung, Annette Michels vom Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung freuen sich über die engagierte Lehrer-Mannschaft des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock, die im Rahmen einer Fortbildung den Anti-Mobbing-Tag vorbereitet: Julia Schepanski, Thomas Schimmer, Christine Meyer, Martin Reininghaus, Christina Gellert, Daniel Pohl, Dorina Hülsmann und Schulsozialarbeiterin Jana Stolle-Aramaz (von links).

Annette Bockhorst von der Westfälischen Provinzial-Versicherung, Annette Michels vom Arbeitskreis Soziale Bildung und Beratung freuen sich über die engagierte Lehrer-Mannschaft des Gymnasiums Schloß Holte-Stukenbrock, die im Rahmen einer Fortbildung den Anti-Mobbing-Tag vorbereitet: Julia Schepanski, Thomas Schimmer, Christine Meyer, Martin Reininghaus, Christina Gellert, Daniel Pohl, Dorina Hülsmann und Schulsozialarbeiterin Jana Stolle-Aramaz (von links). Foto: Matthias Kleemann

Von Matthias Kleemann

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Vor zwölf Jahren war der Lehrer Thomas Schimmer am Gymnasium noch Einzelkämpfer in Sachen Anti-Mobbing. Jetzt gibt es ein Team, das sich mit dem Thema befasst.

»Heute kann man das Thema unter Kollegen leichter ansprechen«, sagt Schimmer . Die Schule habe sich in vielerlei Hinsicht etabliert. »Früher hatte niemand Zeit dafür, und es wurde auch nicht so ernst genommen.«

Doch es habe auch insgesamt in der Bildungslandschaft ein Paradigmenwechsel stattgefunden. »Wir setzen früh an. Man muss die Kinder ernst nehmen und darf das Problem nicht weglächeln.« Außerdem: Gymnasien seien früher selektiver gewesen. Problemschüler wurden einfach abgegeben, »nach unten durchgereicht«, sagt Annette Michels , Mitarbeiterin des Arbeitskreises Soziale Bildung und Beratung (asb), der das Projekt »Spotlight – Theater gegen Mobbing« ins Leben gerufen hat. Heute seien die Gymnasien deutlich integrativer. So hat das Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock zum Beispiel eine internationale Klasse, in der auch Flüchtlingskinder unterrichtet werden.

Problem rückt stärker in den Vordergrund

Mobbing hat es natürlich zu allen Zeiten gegeben, aber weil Integration und Inklusion zunehmend auch die Gymnasien betreffen, rückt das Problem stärker in den Vordergrund. Ein weiterer Punkt ist der längere Aufenthalt an der Schule, meistens über die Mittagszeit hinaus, häufig ganztags. Auch dadurch können sich Probleme verschärfen.

All dies ist für die Lehrer ein Anlass, am Thema dranzubleiben und die Materie zu vertiefen. Den Anti-Mobbing-Projekttag wird es am Gymnasium Schloß Holte-Stukenbrock das nächste Mal am 6. Februar geben. Sieben Lehrer der sechsten Klassen und die Schulsozialarbeiterin haben sich darauf jetzt vorbereitet. »Es gibt hier ein ausgebildetes Team, das den Projekttag komplett selbstständig durchführen kann«, sagt Annette Michels lobend. Im Rahmen einer Fortbildung hat die Mannschaft ihre Kompetenz jetzt noch einmal vertieft, um die Schüler noch besser leiten zu können. 

Schüler in die Lage versetzen, Probleme selbst zu lösen

»Wir haben uns um die Knackpunkte gekümmert«, sagt Annette Michels. Dabei geht es zum Beispiel um die Rolle des Lehrers als Moderator während des Projekttages. Er muss Konflikte erkennen, soll es dann aber schaffen, die Verantwortung an die Klasse zu übergeben. Letztlich müssen die Schüler in der Lage sein, die Probleme selbst zu lösen.

Der Projekttag findet immer in der sechsten Jahrgangsstufe statt. Einen ganzen Tag sich mit dem Thema Mobbing befassen zu können, das sei wie eine Katharsis, ein reinigender Effekt. »Man kriegt Grund in die Klasse«, sagt Thomas Schimmer. Das werde auch von den Schülern honoriert. Im übrigen gebe es im Verlauf des Schullebens weitere Projekte: Soziales Lernen, den Klassenrat und mehr. »Die Schüler lernen anders zu streiten.«

Das Projekt Spotlight wird von der Westfälischen Provinzial-Versicherung gefördert. »Es ist immer eine gute Investition in die Zukunft, die Schule zu einem lebenswerten Ort zu machen. Daher unterstützen wir die Fortbildung gern«, sagt Provinzial-Vertreterin Annette Bockhorst .

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