Fr., 23.09.2016

Gemeinde begrüßt mehr als 300 Gäste zum Ehrenamtstag Ein Dank an Steinhagens stille Stars

Eigentlich stehen die Ehrenamtler ungern selbst im Mittelpunkt. Menschen wie Werner Recker (links), Wolfgang Groß (rechts) und Günter Hillebrecht (kleines Foto unten) setzen ihre Kraft lieber für ihr Engagement zugunsten anderer ein.

Eigentlich stehen die Ehrenamtler ungern selbst im Mittelpunkt. Menschen wie Werner Recker (links), Wolfgang Groß (rechts) und Günter Hillebrecht (kleines Foto unten) setzen ihre Kraft lieber für ihr Engagement zugunsten anderer ein. Foto: Volker Hagemann

Von Volker Hagemann

Steinhagen (WB). Ob auf dem Sportplatz, hinter Konzert-Kulissen oder in der Betreuung von Geflüchteten: Auch in Steinhagen setzen ehrenamtlich engagierte Menschen einen Großteil ihrer Freizeit zugunsten anderer ein. Mit dem Ehrenamtstag hat die Gemeinde jetzt all diesen stillen Stars in besonderer Form gedankt.

Ehrenamtsbörse

Wer sich selbst im sozialen Bereich, in Sport, Kultur, Kirche, Vereinen oder anderen Institutionen einbringen möchte, ist bei der Ehrenamtsbörse der Gemeinde genau richtig. Am Samstag, 22. Oktober, beginnt diese um 15 Uhr im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Hier kann sich jeder über die zahlreichen Möglichkeiten informieren.

Eines ist klar: Ohne die Ehrenamtlichen könnten viele Veranstaltungen, Einrichtungen oder Angebote in Steinhagen gar nicht aufrecht erhalten werden – oder höchstens in deutlich abgespeckter Form. Das hat auch Bürgermeister Klaus Besser in seiner Begrüßung betont: »Unter dem Motto ›Hauptamt dankt Ehrenamt‹ möchten wir durch diesen Tag die besondere Wertschätzung für das unentgeltliche Engagement der Ehrenamtlichen herausstellen.«

Schließlich sind die Betätigungsfelder auch in Steinhagen umfangreich: In Kindertagesstätten und Schulen, in Sport- und weiteren Vereinen, im Umweltschutz, bei Feuerwehr, Rettungsdienst, in politischen, kirchlichen und zahlreichen weiteren Bereichen seien in der Gemeinde mehrere tausend Menschen ehrenamtlich im Einsatz, sorgen für ein vielfältiges kulturelles, sportliches und soziales Angebot, betont Klaus Besser.

Mehr als 300 Gäste sind der Einladung in die Aula gefolgt, genossen neben einem »Flying Dinner« ein Programm aus Musik und Kabarett, unter anderem mit Poetry-Slammerin Nadine Dubberke und Künstlern der Musikschule »Ton« – zusammengestellt von Regina Fleer-Meyer, Regina Höpp­ner und Birgit Pape.

Ungern im Mittelpunkt

Typisch für die Ehrenamtler: Ihr Engagement erfüllen sie mit Hingabe, möchten aber selbst gar nicht so gerne im Mittelpunkt stehen. Wie zum Beispiel Wolfgang Groß: Der 69-Jährige, der aus Schleswig-Holstein stammt und seit 25 Jahren in Steinhagen lebt, hat hier den Arbeitskreis Asyl gegründet, begleitet Flüchtlinge in der Gemeinde in ihrem neuen Alltag, unterstützt sie bei Behördengängen und Papierkram, stellt soziale Kontakte her. »Es ist ein Teil unserer Demokratie, sich ehrenamtlich einzusetzen. Das haben mir schon in früher Kindheit meine Eltern vermittelt«, sagt er. »In einer Demokratie zu leben, ist keinesfalls selbstverständlich. Da bin ich dankbar für, und so kann ich selbst etwas zurückgeben.« Der gelernte Schriftsetzer und frühere Verlagsleiter hat zudem ein Faible für Lesen und Musik, gründete Lesekreise und ist lange im Trägerverein für den Bunker Ulmenwall in Bielefeld aktiv gewesen.

Selbst etwas zurückgeben

Etwas zurückgeben möchte auch Werner Recker: »Ich stamme aus einer Großfamilie, in der einer für den anderen einstehen musste«, erzählt der in Brockhagen lebende Musiklehrer. »Und ich bin dankbar für unsere eigenen Lebensumstände.« Weil sie daran auch andere teilhaben lassen möchten, haben die Reckers vor Jahren zwei Pflegekinder in ihre Familie mit aufgenommen. »Ich habe Länder in Südamerika besucht, war außerdem im Iran. Da sieht man erstmal, wie gut wir es hier haben«, sagt Werner Recker. Auch er hilft Flüchtlingen in Steinhagen, ruft musikalische und weitere Aktivitäten ins Leben.

Schnittchen mit Schneyder

Für eine weitere Form des Ehrenamtes – nicht minder aktiv – engagiert sich Günter Hillebrecht. Der Musikliebhaber stellt das Programm der Steinhagener Kulturtage zusammen, auch das geschieht unentgeltlich. »Dafür lernen wir tolle Menschen kennen, immer wieder auch viele Künstler.« Schon vor Jahren fuhr er dafür kreuz und quer auf eigene Kosten durch den ganzen Kreis Gütersloh, holte gemeinsam mit Erich Wehmeier Mischpult, Lichtmischer und Lautsprecherboxen für Veranstaltungen in den Ratssaal oder in die St.-Georgs-Kirche. »Werner Schneyder habe ich vom Bahnhof abgeholt und ihn ins Hotel ›Graf Bernhard‹ gefahren. Erst haben wir über Fußball geplaudert, dann hat er mich zu Schnittchen eingeladen – ein netter Kerl«, erzählt Hillebrecht.

Kommentare

Sicherheits-Text:*

Mit * markierte Felder sind Pflichtfelder

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4323920?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516077%2F