Do., 05.10.2017

Insolvenzverwalter bestätigt: Küchenbauer Nobilia aus Verl erwirbt Pino mit Partnern Alno-Verkauf in Einzelteilen

Einblick in die Nobilia-Produktion in Verl: Der Küchenbauer erwirbt die insolvente Alno-Tochter Pino.

Einblick in die Nobilia-Produktion in Verl: Der Küchenbauer erwirbt die insolvente Alno-Tochter Pino. Foto: Oliver Schwabe

Von Oliver Horst

Pfullendorf/Enger/Verl (WB). Die Übernahme der insolventen Alno-Tochter Pino durch den Küchenmöbel-Marktführer Nobilia (Verl) hat die vorletzte Hürde genommen: Der Insolvenzverwalter hat dem Geschäft zugestimmt. Damit ist die Zerschlagung des Konzerns besiegelt. Bei der anderen Alno-Tochter Wellmann in Enger geht das Warten weiter, ob ein Investor gefunden wird.

Nobilia bestätigte am Mittwoch den Kauf von Pino – der nun nur noch unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die Kartellbehörden steht.  Das WESTFALEN-BLATT hatte am Dienstag exklusiv berichtet, dass der europäische Marktführer die Alno-Tochter in Coswig (Sachsen-Anhalt) mit allen 229 Mitarbeitern aus der Insolvenz rückwirkend zum 1. Oktober übernehmen will.

Angebote für Pino-Mitarbeiter

Auch die Mitarbeiter der Alno-Logistiktochter am Pino-Standort erhalten Angebote für einen Wechsel zum neuen Eigentümer. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Dr. Lars Bopf erklärte als Sprecher der Nobilia-Geschäftsführung, dass »eine Investorengruppe unter Beteiligung von Nobilia« Pino erwerben werde. »Wir bitten um Verständnis, dass wir weitergehende Fragen erst nach einer Entscheidung des Kartellamtes beantworten können.«

So bleibt vorerst unklar, ob Pino unter neuer Führung weiterhin als reines Montagewerk Küchen im Einstiegspreissegment vor allem für Baumärkte zusammenbaut – oder sich die Ausrichtung ändern wird.

660.000 produzierte Küchen im Jahr

Nobilia hatte zuletzt mehrere Schritte unternommen, seine Kapazitäten zu erweitern. Bislang produziert das Unternehmen an zwei Standorten in Verl. In Gütersloh will Nobilia an der A 2 ein neues Werk bauen. Auch in Verl gibt es Expansionspläne.

Nobilia gilt mit 660.000 produzierten Küchen im Jahr als Europas größter Küchenhersteller. Mit 3000 Mitarbeitern setzte das Unternehmen zuletzt 1,09 Milliarden Euro um.

Durch den Verkauf an Pino entspannt sich die finanzielle Lage beim insolventen Alno-Konzern etwas.  Der Notkredit von sechs Millionen soll mindestens im Oktober die Löhne der verbleibenden rund 1300 Beschäftigten bei Alno und Wellmann sichern.

»Kämpfen um jeden Arbeitsplatz«

Auch deshalb wurden trotz der Eröffnung des Insolvenzverfahrens noch keine Kündigungen ausgesprochen. Die Belegschaft soll vorerst gehalten werden – im Idealfall solange, bis sich auch für die anderen Konzernteile Käufer finden. Entsprechende Gespräche mit Interessenten laufen. Das teilte der Insolvenzverwalter auch den Mitarbeitern mit. »Wir kämpfen um Fortführungslösungen und um jeden Arbeitsplatz«, sagt dessen Sprecher.

Die Chancen sollen dabei für die Tochter Wellmann, die mit 450 Mitarbeitern eine schwarze Null geschrieben habe, besser stehen als für die verlustträchtige Konzernmutter, heißt es im Umfeld.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5201433?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2516093%2F2198389%2F2516081%2F