Fr., 10.11.2017

Der Erfinder der »Sendung mit der Maus«, Armin Maiwald, kommt nach Verl »Uns passieren auch mal Fehler«

Das isser, der Armin. Und was macht der? Er erklärt Kindern die Welt. Ist der Armin denn Grundschullehrer? Nee, isser nich! Aber was isser denn dann? Guck’n wir uns den Armin doch mal aus der Nähe an. So könnte eine Sachgeschichte über Armin Maiwald beginnen.

Das isser, der Armin. Und was macht der? Er erklärt Kindern die Welt. Ist der Armin denn Grundschullehrer? Nee, isser nich! Aber was isser denn dann? Guck’n wir uns den Armin doch mal aus der Nähe an. So könnte eine Sachgeschichte über Armin Maiwald beginnen.

Verl (WB/keig). Seine Stimme kennt jeder. Armin Maiwald ist die Stimme der »Sendung mit der Maus« oder besser gesagt der Welterklärer der Nation. Der 77-Jährige ist am Freitag, 10. November, bei den Verler Literaturtagen und erzählt aus seinem Leben. Über empörte Eltern, weniger mutige Redaktionen und Geschichten, die ihm schwer fielen, hat er mit Redakteurin Kerstin Eigendorf gesprochen.

Sind die Themen bei der »Sendung mit der Maus« heute andere als früher?

Maiwald: Es gibt Themen, die es damals nicht geben konnte wie das Internet. Damals haben wir aber auch Geschichten gemacht, die heute nicht mehr gemacht werden, weil Redaktionen weniger mutig sind. Damals drehte sich eine Geschichte um Rinder. Wir haben damit angefangen, dass das Tier mit einem Bolzenschuss getötet wird. Das würde heute kein Redakteur abnehmen.

Auftritt in Verl

Von 19.30 Uhr an liest Armin Maiwald am Freitag, 10. November, aus seiner Biografie »Aufbau vor laufender Kamera – Geschichten aus meinem Leben« in der Bibliothek (Hauptstraße 15 in Verl). Karten gibt es für 17 Euro an der Abendkasse.

Warum?

Maiwald: Die Redakteure fürchten die Zuschriften. Die gab es damals auch. Aber die Redaktion hat halt damals gesagt: Wer Fleisch essen will, muss wissen, dass das so geht.

 

Melden sich heute häufiger empörte Eltern?

Maiwald: Ja, klar. Wir haben jede Woche zwischen 1000 und 2000 Zuschriften. Bei den meisten schütteln wir nur noch die Köpfe und fragen uns, ob die Leute keine anderen Probleme haben.

 

Wenn Sie Kinderfernsehen schauen: Was ärgert Sie?

Maiwald: Das meiste ist Schrott. Diese japanischen Zeichentrickserien sind Billigschrott. Es ist billig gemacht, schrill und laut, meist auch noch ziemlich brutal. Aber es wird gesehen und dagegen kann man leider nichts machen.

 

Was fehlt diesen Sendungen, was die »Maus« hat?

Maiwald: Wir versuchen Hintergründe zu vermitteln wie, dass ein Ei nicht im Kühlschrank wächst. Wir recherchieren ordentlich. Das ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Das Gespräch mit den Leuten, die sich damit befassen, über das man berichtet, ist durch nichts zu ersetzen – auch nicht durch das Internet. Uns passieren natürlich auch mal Fehler.

 

Welche denn?

Maiwald: Wir haben mal eine Geschichte gemacht, warum sich Geschenkband kringelt, wenn man mit der Schere daran vorbeifährt. Da haben wir uns durch die Unis gefragt und ein Professor sagte: »Ganz klar, wenn Ihr mit der Schere daran vorbeifahrt, entsteht Wärme und durch die Wärme biegt sich das Geschenkpapier. Könnt Ihr ganz einfach ausprobieren. Nehmt eine Kerze und blast mit einem Fön dagegen, dann biegt sich die Kerze nach der Seite.« Haben wir so gemacht und gesendet. Am Tag danach ging ein Sturm der Entrüstung los. Wir hatten falsch gelegen. Nachdem zig Studenten einer Fachhochschule sich die Köpfe heiß diskutiert und den Kiosk gegenüber um sein ganzes Geschenkband erleichtert hatten, verriet ihnen ein emeritierter Professor, dass die Lösung Materialverschiebung war. Unterm Mikroskop sieht das dann so aus, als wenn der Wind wie über die Wellen auf das Kunststoffband bläst und sich die Wellen alle zu einer Seite biegen.

Wie oft passiert es Ihnen, dass sie aufgrund Ihrer Stimme erkannt werden?

Maiwald: Ständig. Kurz nach der Wende war ich in Berlin und wollte was trinken. Als ich sagte »Ich hätte gerne ein Bier«, kam sofort: »Die Stimme kenne ich. Sind Sie von der Maus?« Da sieht man: Es waren nur fünf Worte und damit war es schon erledigt.

Das komplette Interview lesen Sie im WESTFALEN-BLATT am Freitag, 10. November, Lokalteil Verl.

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