Mi., 19.10.2016

Einsatzkräfte rücken zu einer Übung im Neubau am ehemaligen Kleinbahnhof aus Feuerwehr muss drei Opfer retten

Die 28 Kameraden des Löschzugs Werther versuchen, das Opfer zu bergen und die Metallstange zu durchtrennen. Die stecke im Bein – in echt zum Glück nur in der Hose.

Die 28 Kameraden des Löschzugs Werther versuchen, das Opfer zu bergen und die Metallstange zu durchtrennen. Die stecke im Bein – in echt zum Glück nur in der Hose. Foto: Sara Mattana

Werther (WB/mat). Ein Knall gefolgt von lauten Schreien lässt die Mitarbeiter der Klempnerfirma hochschrecken. Zwei Personen werden im brennenden Keller vermisst und einem Angestellten steckt nach einem Sturz vom Dach eine Metallstange im Bein – doch zum Glück ist der Unfall nicht wirklich passiert.

Lediglich eine Übung der Freiwilligen Feuerwehr ist es, die am Montag zahlreiche Blaulichter auf den Plan ruft. In den verwinkelten Räumlichkeiten des Neubaus gegenüber des ehemaligen Penny-Markts heißt es für die 28 Kameraden zunächst: die Situation beurteilen. Denn nicht einmal Einsatzleiter Rainer Ermshaus hat eine Ahnung, was ihn im Inneren des Rohbaus erwartet. Nur den Anruf der Mitarbeiterin, die Lena Speckmann aus der Jugendfeuerwehr spielt, haben sie als Anhaltspunkt. Und so kann nur erahnt werden, worauf sich die Kameraden einstellen müssen.

»Die beiden vermissten Opfer befinden sich der Anruferin zufolge im Keller. Es gibt zwei mögliche Zugänge, die unterschiedlich kompliziert sind«, sagt Hauptbrandmeister Christian Sussieck, der die Übung gemeinsam mit Oberbrandmeister Florian Uhe organisiert hat.

Die Einsatzkräfte entscheiden sich für den längeren, dafür aber leichter zu findenden Weg und in elf Minuten haben sie es geschafft, die von Kilian Banze und Leon Rother gespielten Opfer zu finden. Zwar befinden sich diese nicht in unmittelbarer Nähe zum Feuer, müssen aber dennoch aus dem Rauch befreit werden. »Die Zeit spielt in diesem Fall keine große Rolle. Wichtig ist, dass die Opfer gefunden und alle 20 Räume durchsucht werden«, sagt Christian Sussieck.

Und dies entpuppt sich als keine leichte Aufgabe. Der 375 Quadratmeter große Keller ist nicht nur dunkel und vernebelt, sondern auch besonders verwinkelt. »Es wird nicht einfach sein, sich dort ohne jegliche Ortskenntnisse zurecht zu finden«, sagt Gerrit Imkemeyer, der der Feuerwehr den Rohbau zur Verfügung gestellt hat. Dennoch können beide Opfer aus der Gefahrenzone befreit werden. Doch während die beiden bald schon wieder munter in einem der vier Fahrzeuge sitzen, muss Lukas Nottebrock als drittes Opfer noch immer in seiner misslichen Lage ausharren. In erhöhter Position auf einem Baugerüst liegend ragt ihm eine Metallstange aus dem Bein. Und obwohl er schnell gefunden wird, bleibt die Situation ernst. »Damit haben wir nicht gerechnet. Das war eine ganz neue Herausforderung für uns, da das Team gleichzeitig an mehreren Stellen arbeiten musste«, sagt Rainer Ermshaus.

Um das Opfer zu bergen, muss zuerst die Stange durchtrennt werden, bevor die Hebebühne des Gerätewagens zum Einsatz kommt und den Verletzten vom Gerüst befreit. »Im Ernstfall müsste die Stange fixiert und erst im Krankenhaus entfernt werden, um die Blutung unter Kontrolle zu behalten«, erklärt Rainer Ermshaus. Bei der Übung kann die Stange jedoch einfach herausgezogen werden – schließlich hat sie in Wirklichkeit nur die Hose durchbohrt.

So kann Ermshaus nach einer Dreiviertelstunde den Einsatz beenden und der Gerätewagen, der Einsatzleitwagen und die beiden Hilfeleistungslöschfahrzeuge machen sich wieder auf den Weg zum Gerätehaus, wo die Nachbesprechung stattfindet. »Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis«, lobt Reiner Ermshaus.

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