Do., 11.02.2016

Banknoten mitsamt einer christlichen Botschaft in Briefkästen und im Marktkauf aufgetaucht Unbekannter verschenkt 50-Euro-Scheine

Diese Karte mit einem Bibelvers und einem Jesus-Bild hatten 13 Bewohner eines Hauses an der Wasserbreite zusammen mit je einem 50-Euro-Schein in ihren Briefkästen. Am vergangenen Freitag sind solche Umschläge auch im Bünder Marktkauf aufgetaucht.

Diese Karte mit einem Bibelvers und einem Jesus-Bild hatten 13 Bewohner eines Hauses an der Wasserbreite zusammen mit je einem 50-Euro-Schein in ihren Briefkästen. Am vergangenen Freitag sind solche Umschläge auch im Bünder Marktkauf aufgetaucht. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). »Wer verschenkt einfach so 50-Euro-Scheine?« Diese Frage stellen sich derzeit die Bewohner der Wohnresidenz »Elseaue« an der Wasserbreite. Denn in ihren Briefkästen fanden fast alle Mieter ein Kuvert mit je einer Banknote – und einer christlichen Botschaft.

Als Gerda S. (Name von der Redaktion geändert) am vergangenen Samstagmorgen ihre Zeitung holen will, fischt sie auch einen creme-farbenen Umschlag ohne Absender und Anschrift mit aus dem Postkasten. Als sie ihn öffnet, staunt die 80-Jährige nicht schlecht. In dem Kuvert befinden sich ein 50-Euro-Schein und eine hochwertig gestaltete Karte, auf der ein Bibelvers steht.

»Der Herr ist mir erschienen von ferne: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte. Jeremia 31,3«, lautet die Botschaft auf dem oberen Teil des Pappstücks. Darunter ist ein stilisiertes Jesus-Motiv aufgedruckt sowie in englischer Sprache der Satz »From Jesus with...« samt eines bunten Herzens mit einem Kreuzsymbol darin.

Keine Straftat in Verbindung mit dem »Geldgeschenk«

Nach Auskunft von Gerda S. haben fast alle Bewohner des Gebäudes einen identischen Umschlag erhalten. Einige seien mit dem ungewöhnlichen Fund auch zur Polizei gegangen. Auf Anfrage erklärte Kreispolizeisprecher Michael Albrecht dazu: »Die Kollegen haben die Scheine überprüft. Sie sind echt. Eine Frau hat ihre Banknote auch auf der Bünder Wache abgegeben. Sie wollte den Schein nicht haben.«

Laut dem Beamten sei zum jetzigen Zeitpunkt keine Straftat in Verbindung mit dem »Geldgeschenk« erkennbar, so dass die Polizei keine Ermittlungen in der Sache vornehme. Michael Albrecht rät allerdings: »Sollte sich in naher Zukunft jemand bei den Beschenkten melden und irgendeinen Bezug zu den Briefen herstellen wollen, sollten sich die Betroffenen auf jeden Fall an die Polizei wenden.«

Auch Umschläge mit Geld im Marktkauf

Aufgetaucht sind die kuriosen Umschläge mit den 50-Euro-Scheinen und dem Bibelvers übrigens nicht nur in den Briefkästen des Hauses an der Wasserbreite. Auch im Bünder Marktkauf an der Wilhelmstraße sind am 5. Februar mehrere Kuverts gefunden worden, wie Marktleiter Thomas Althaus im Gespräch mit dieser Zeitung bestätigte: »Wie viele es waren, kann ich aber nicht sagen. Wir haben die Umschläge der Polizei übergeben.«

Nach Angaben von Polizeisprecher Albrecht hätten demnach zwei Kunden des Warenhauses die Kuverts am vergangenen Freitag in ihren Einkaufswagen vorgefunden. Einen weiteren habe ein Marktkauf-Mitarbeiter in einem Warenregal entdeckt. Ob an anderer Stelle noch mehr »Geldgeschenke« aufgetaucht sind, sei derzeit unklar. »Aus dem übrigen Kreisgebiet sind uns keine Fälle gemeldet geworden«, so Albrecht.

»Ich schenke das Geld meinen Enkeln«

In der Wohnresidenz »Elseaue« ist der unverhoffte Geldsegen – den bis auf eine Bewohnerin alle Mieter erhalten haben sollen – auch gestern noch das Gesprächsthema. »Alle im Haus interessiert natürlich, wer der anonyme Spender ist. Eventuell meldet er sich ja, wenn die Sache nun in der Zeitung steht«, meint Gerda S.

Eine Nachbarin der 80-Jährigen ergänzt: »Vielleicht gibt es ja noch gute Menschen, die einfach so was verschenken. Den 50-Euro-Schein werde ich aber erst einmal lieber behalten und nicht ausgeben.« Gerda S. hat mit ihrer Banknote indes schon andere Pläne: »Ich schenke das Geld meinen Enkeln.«

Kommentare

Bitte auch in Bielefeld-Quelle solche Briefe zustellen!

Gerade wieder den Briefkasten kontrolliert: Kein Geldbrief drin (So eine Briefpost was ist ja auch verboten, aber bitte bei mir eine Ausnahme machen!) Besonders nach dem erhaltenen Rentenbescheid vor einigen Tagen sind solche nicht erlaubten Briefe gerne gesehen, am besten monatlich. Das Begleitschreiben zur Vermeidung der Höllenfahrt würde ich dann im Altpapier sammeln.

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