Sa., 23.09.2017

Stadt lässt an Zufahrtsstraßen sandgefüllte Behälter aufstellen – mehr Sicherheitspersonal im Einsatz Mulden sollen Zwiebelmarkt schützen

Die schweren Mulden auf den Zuwegungen zum Zwiebelmarkt sind versetzt angeordnet.

Die schweren Mulden auf den Zuwegungen zum Zwiebelmarkt sind versetzt angeordnet. Foto: Daniel Salmon

Von Daniel Salmon

Bünde (WB). Der Terroranschlag mit einem Lkw auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im vergangenen Dezember wirkt sich auch auf den Zwiebelmarkt aus: Die Sicherheitsvorkehrungen für Bündes größtes Volksfest sind in diesem Jahr verschärft worden.

An mehreren Zufahrtsstraßen wurden orangefarbene Containermulden platziert. »Damit niemand mit einem Lastwagen auf die Veranstaltungsfläche rasen kann«, erklärt Ralf Grund vom Bünder Stadtmarketing. Bei dem Attentat in Berlin hatte der Islamist Anis Amri vor neun Monaten einen gekaperten Sattelzug in eine Menschenmenge auf dem Platz vor der Gedächtniskirche gesteuert. Elf Menschen starben damals, 55 wurden zum Teil schwer verletzt. Auch bei weiteren Terroranschlägen waren in jüngerer Vergangenheit Lkw oder Kleinlaster als Waffen eingesetzt worden.

Mulden wiegen zehn Tonnen

Jede einzelne Mulde, die einem solchen Szenario in Bünde vorbeugen soll, wiegt etwa zehn Tonnen und ist mit Sand gefüllt. Dieser diente zum Teil vor einigen Wochen noch als Bodenbelag für die Tiki-Bar im Steinmeisterpark.

Jeweils zwei der Lkw-Sperren sind auf der Bismarckstraße, der Kaiser-Wilhelm-Straße und der Bahnhofstraße aufgestellt worden. Grund: »Die Zufahrt zur Eschstraße am Wellensiek-Platz wird zudem mit einem Laster abgesperrt. Auf der Kirmes ist in diesem Jahr auch mehr Sicherheitspersonal im Einsatz.« Erarbeitet worden war das neue Sicherheitskonzept vom Stadtmarketing gemeinsam mit der Polizei, der Feuerwehr, dem städtischen Ordnungsamt und dem Deutschen Roten Kreuz. Bei der ersten Bünder Großveranstaltung in diesem Jahr, dem Frühlingsfest im Mai, waren noch keine Lkw-Sperren errichtet worden.

Polizei befürwortet Konzept

»Die Polizei befürwortet ausdrücklich alle Maßnahmen, die nicht nur dem subjektiven, sondern auch dem tatsächlichen Sicherheitsgefühl der Bevölkerung dienen, um die Teilnahme an einem Volksfest wie dem Zwiebelmarkt zu ermöglichen«, kommentiert Steven Haydon, Sprecher der Herforder Kreispolizei, die nun erstmals in Bünde getroffenen Sicherheitsvorkehrungen.

Kommentare

Traurig aber wahr

Das hört sich an als wenn Stadt und Polizei stolz darauf sind diese Mulden aufgestellt zu haben, so weit ist es also vor der eigenen Haustür schon gekommen, ich kotze! Wieviel Aufwand für die "Gefahrenabwehr" betrieben wird....man kann nur noch den Kopf schütteln und am besten zu Hause bleiben. Die Besucher zahlen alles indirekt mit, kein Wunder wenn die Bratwurst bald 5€ kostet, guten Appetit hinter Mulden und LKWs.....

1 Kommentare

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